Wirtschaft

GfK-Konsumklima sinkt Deutsche sparen in dritter Welle kräftig

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Auch im Mai werden die meisten Deutschen wohl auf große Anschaffungen verzichten.

(Foto: imago images/Petra Schneider)

Auf die Kauflaune der Deutschen kann sich die Konjunktur aktuell nicht verlassen. Das sagen zumindest die Ökonomen der GfK in ihrem neusten Konsumklima-Barometer für Mai. Es könnte aber einen Nachholeffekt geben, sollten die Läden wieder öffnen.

Nach dem coronabedingt schwachen Jahr 2020 halten die Deutschen auch in der dritten Welle ihr Geld zusammen. Die GfK-Marktforscher sagen in dem Konsumklima-Barometer für Mai einen Rückgang um 2,7 auf minus 8,8 Punkte voraus. Weiter rechnen die Ökonomen der GfK damit, dass der private Konsum auch 2021 keine Stütze für die deutsche Konjunktur sein werde.

"Die Hoffnungen auf weitere Lockerungen und ein Aufleben des Konsums haben einen spürbaren Dämpfer erhalten", teilte das Nürnberger Konsumforschungsunternehmen GfK mit. "Die dritte Welle wird dafür sorgen, dass die Erholung der Binnenkonjunktur weiter auf sich warten lässt", sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. Die hohe Sparquote von 16 Prozent sorge im Moment dafür, dass zumindest die Kauflust noch erhalten bleibt. Sollte es zu Lockerungen kommen, könnte es zu Nachholeffekten kommen.

Insbesondere die schärferen Kontaktbeschränkungen im April hätten vor allem hinsichtlich der Erwartungen für Konjunktur und Einkommensentwicklung Spuren hinterlassen. Im März habe es für viele noch große Hoffnungen gegeben, auch wegen des höheren Impftempos die Kurzarbeit beenden zu können. Die Erwartungen aus dem März seien im April verflogen - im Gegenteil: Die Angst vor Arbeitslosigkeit und das Insolvenzrisiko für Betriebe seien wieder gestiegen.

Die "Wirtschaftsweisen" hatten in ihrem Frühjahrsgutachten einen Anstieg der Konsumausgaben um nur 0,2 Prozent prognostiziert - im Vergleich zum schwachen Jahr 2020. Im Herbst 2020 hatten führende Wirtschaftsforschungsinstitute ein Konsumwachstum von 4,9 Prozent prognostiziert. Sie gehen jetzt davon aus, dass der Anstieg auf das nächste Jahr verlagert wird und erwarten dann einen Sprung um 8,5 Prozent.

Für das Konsumklima-Barometer befragte die GfK rund 2000 Bürgerinnen und Bürger Anfang April - also kurz bevor die Bundesregierung eine bundesweit verbindliche Corona-Notbremse auf den Weg brachte, die seit vergangenem Freitag greift.

Quelle: ntv.de, ses/dpa/rts

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