Wirtschaft

Euro-Zone rutscht in Rezession Deutschland wird zum Bremsklotz Europas

Die Deutsche Industrie fährt starkes Auftragsplus ein. Volkswirte hatten es deutlich geringer eingeschätzt.

Die Erholung dürfe jetzt nicht durch verfrühtes Zurückfahren der Konjunkturhilfen gefährdet werden, warnt EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni.

(Foto: picture alliance/dpa)

Während in den USA der Post-Corona-Aufschwung längst begonnen hat, rutscht Europa im ersten Quartal 2021 in die Rezession. Besonders stark schrumpft die Wirtschaftsleistung in Deutschland. Die EU-Kommission ist dennoch optimistisch, dass die Krise bald überwunden ist.

Die Wirtschaft der Euro-Zone ist im ersten Quartal auch wegen der schwachen Konjunktur in Deutschland erneut geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel zwischen Januar und März inmitten der dritten Corona-Welle um 0,6 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt Eurostat eine frühere Schnellschätzung bestätigte. Ende 2020 war es sogar um 0,7 Prozent gesunken. Damit hinkt die Euro-Zone den USA weit hinterher: Die weltgrößte Volkswirtschaft wuchs in den ersten drei Monaten auch wegen rasanter Impffortschritte um 1,6 Prozent.

Maßgeblich zum schwachen Abschneiden beigetragen hat Deutschland. Europas größte Volkswirtschaft schrumpfte in den ersten drei Monaten um überdurchschnittliche 1,7 Prozent, weil im Lockdown der private Konsum deutlich zurückging. Frankreich als zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone schaffte dagegen ein Wachstum von 0,4 Prozent. Italien als Nummer drei meldete ein Minus von 0,4 Prozent.

Auch die Europäische Union (EU), die 27 Länder umfasst, rutschte in die Rezession. Sinkt das BIP zwei Quartale nacheinander, sprechen Ökonomen von einer wirtschaftlichen Rezession. Die schwache Entwicklung ist laut Analysten hauptsächlich auf die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zurückzuführen. Angesichts fortschreitender Impfungen und weniger Beschränkungen des öffentlichen Lebens wird im Jahresverlauf wieder mit Wirtschaftswachstum gerechnet.

Daher traut die EU-Kommission der Euro-Zone im Laufe des Jahres einen kräftigen Aufschwung zu. In ihrer Frühjahrsprognose erhöhte sie die Schätzung für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts auf 4,3 Prozent von 3,8 Prozent im Februar. Die mit dem Ausblick verbundenen Risiken fielen in der Abwägung nicht mehr so stark ins Gewicht wie im Winter, betonte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni. "Die Erholung ist nicht länger eine Fata Morgana, sie ist im Gange", fügte der Italiener hinzu. Doch dürfe sie nicht durch verfrühtes Zurückfahren der Konjunkturhilfen gefährdet werden.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa/rts

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