Wirtschaft

Überraschende Stärke Deutschlands Elektroindustrie dreht auf

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Wichtiges Standbein der deutschen Wirtschaft: Vom Exporterfolg der Elektroindustrie hängen direkt oder indirekt fast 870.000 Arbeitsplätze ab.

(Foto: picture alliance/dpa)

Aus dem Inneren der deutschen Wirtschaft kommen unerwartet starke Signale: Die Unternehmen der deutschen Elektroindustrie können ihre Ausfuhren in wichtige Abnehmerländer wie die USA zuletzt deutlich ausbauen.

Die deutsche Elektroindustrie hat allen internationalen Handelskonflikten zum Trotz ihre Exporte kräftig gesteigert. Im März legten die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,7 Prozent auf 18,4 Milliarden Euro zu, wie der Branchenverband ZVEI mitteilte. Die höchsten Zuwächse gab es demnach bei den Ausfuhren ins europäische Ausland und Richtung Amerika.

Im gesamten ersten Quartal lag das Exportvolumen mit 54,1 Milliarden Euro 5,8 Prozent über Vorjahresniveau. "Damit haben sich die Exporte deutlich besser entwickelt als Auftragseingang, Produktion und Umsatz - trotz Handelskonflikten und einer sich abkühlenden Weltwirtschaft", erklärte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann.

In den ersten drei Monaten des Jahres nahmen die Branchenexporte in die Industrieländer dabei mit plus 6,1 Prozent auf 35,3 Milliarden Euro insgesamt stärker zu als die Exporte in die Schwellenländer (plus 5,2 Prozent auf 18,8 Milliarden Euro). Im europäischen Ausland konnte die deutsche Elektroindustrie im gleichen Zeitraum Waren im Wert von 34,9 Milliarden Euro absetzen, was einem Plus zum Vorjahreszeitraum von 5,6 Prozent entspricht. In Asien und Amerika stiegen die Exporte unterdessen auf 11,5 Milliarden Euro (plus 4,0 Prozent) und 6,3 Milliarden Euro (plus 11,0 Prozent).

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Aufgeschlüsselt nach Ländern gingen die meisten deutschen Elektroexporte im März nach China. In die Volksrepublik gingen demnach Waren im Wert von 5,1 Milliarden Euro. Allerdings fiel das Wachstum im ersten Quartal hier mit plus 0,9 Prozent vergleichsweise schwach aus.

Im Gegensatz dazu legten die Ausfuhren in die USA - dem zweitwichtigsten Partner der deutschen Elektroindustrie - im gleichen Zeitraum zweistellig zu – um 12,7 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro.

200 Milliarden Euro pro Jahr

Für das Gesamtjahr rechnete die Elektroindustrie zuletzt mit einem Umsatzanstieg auf mehr als 200 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor kam die Branche insgesamt auf ein Ausfuhrvolumen von 193,5 Milliarden Euro. Die Importe wuchsen zu Jahresbeginn ebenfalls. Bei den Elektroeinfuhren verzeichnete der Verband ein Plus von 7,1 Prozent auf 49,0 Milliarden Euro.

Der ZVEI zählt sich selbst zu den wichtigsten Industrieverbänden Deutschlands. Unter dem Dach des Zentralverbands vertreten 22 Fachverbände eine Branche mit eigenen Angaben zufolge rund 868.000 Beschäftigten allein in Deutschland.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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