Wirtschaft
In iranischen Häfen sollen die Schiffe von CMA-CGM nicht mehr anlegen.
In iranischen Häfen sollen die Schiffe von CMA-CGM nicht mehr anlegen.(Foto: dpa)
Samstag, 07. Juli 2018

Trumps Drohungen fruchten: Groß-Reederei stoppt Iran-Geschäft

In der Iran-Frage droht US-Präsident Trump Unternehmen, die mit dem Regime Geschäfte machen. Mit Erfolg: Die drittgrößte Containerschiff-Reederei der Welt, CMA-CGM, kündigt nun an, ihre Beziehungen in das Land zu kappen.

Die weltweit drittgrößte Containerschiff-Reederei, das französische Unternehmen CMA-CGM, zieht sich aus dem Iran-Geschäft zurück. Firmenchef Rodolphe Saadé begründete dies mit den von den USA beschlossenen Strafmaßnahmen gegen Unternehmen, die Handel mit dem Iran treiben oder dort investieren.

"Wegen der Trump-Regierung" stoppe sein Unternehmen das Iran-Geschäft, sagte Saadé bei einem Wirtschaftsforum in Aix-en-Provence. CMA-CGM hatte 2016 in einer gemeinsamen Absichtserklärung eine Zusammenarbeit mit der staatlichen Reederei Islamic Republic of Iran Shipping Lines vereinbart.

US-Präsident Donald Trump hatte im Mai ungeachtet der Warnungen seiner europäischen Verbündeten das internationale Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt. Zugleich setzte er die im Januar 2016 im Zuge der Vereinbarung ausgesetzten Finanz- und Handelssanktionen wieder in Kraft. Diese richten sich auch gegen europäische Firmen.

Auch Total zieht sich zurück

Der Chef des französischen Energieriesen Total, Patrick Pouyanné, sagte unterdessen in einem Interview mit dem Radiosender RTL am Rande des Wirtschaftsforums, da die US-Regierung seinem Konzern keine Ausnahme von den Strafmaßnahmen gewähre, bleibe ihm keine andere Wahl als der Rückzug vom Geschäft mit dem Iran.

Total hatte im Juli 2017 mit der Entwicklung des iranischen Gasfelds South Pars 11 begonnen, das als eines der größten der Welt gilt. Seitdem investierte das Unternehmen aber erst 47 Millionen Dollar (40 Millionen Euro) in das 4,8-Milliarden-Dollar-Projekt, das der Förderung von Erdgas zum Verbrauch im Iran dient. Dieser Verlust sei für einen in 130 Ländern aktiven Konzern, der jährlich 15 Milliarden Dollar investiere, "nicht viel", sagte Pouyanné.

Quelle: n-tv.de