Wirtschaft

Tech-Werte unter Druck Nach Rekord schließen US-Börsen im Minus

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Nach einem Cyber-Angriff auf den führenden US-Pipeline-Betreiber Colonial Pipeline decken sich US-Anleger mit Energiewerten wie Chevron und Exxon Mobil ein.

(Foto: REUTERS)

Die Aussicht auf weiterhin niedrige Zinsen treibt den Dow-Jones-Index in bislang nicht gekannte Höhen - allerdings nur kurzzeitig. Denn im Sog massiver Verluste von Technologiewerten verlieren die US-Aktienmärkte zum Börsenschluss an Boden und rutschen leicht ins Minus.

Nach der Rekordjagd vom Wochenschluss hat sich die Wall Street zweigeteilt präsentiert. Während der Dow-Jones-Index im Verlauf erstmals die Marke von 35.000 Punkten überstieg, wurden Technologiewerte - wie zuletzt öfter - massiv abverkauft. Allerdings konnte selbst der Dow die Gewinne nicht halten und drehte im späten Geschäft leicht ins Minus. Er fiel um 0,1 Prozent auf 34.743 Punkte, der S&P-500 verlor 1 Prozent, und der technologielastige Nasdaq-Composite sackte um 2,6 Prozent ab.

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Zunächst stützten tendenziell noch die überraschend schwachen Arbeitsmarktdaten vom Freitag die Aktienkurse, denn der geringe Beschäftigungsaufbau befeuerte Erwartungen, dass US-Notenbank und Regierung ihre Wirtschaftsstimuli noch einige Zeit fortführen werden. Im weiteren Verlauf befürchteten die Marktteilnehmer jedoch, dass aufgrund der schon hohen Bewertungen nicht mehr viel Luft nach oben sei.

Unter den Giganten des Technologiesektors verloren Apple 2,6 Prozent, Alphabet 2,6 Prozent, Amazon 3,1 Prozent und Facebook 4,1 Prozent. Vermögensverwalter setzten stattdessen auf Aktien von Unternehmen, die am stärksten profitieren würden, wenn die Wirtschaft wieder öffne. Dazu gehörten die Sektoren Banken, Reise und Freizeit. Unter den Einzelwerten fielen Biontech mit einem Kurssprung um gut 10 Prozent auf. Das Unternehmen hat überzeugende Geschäftszahlen zum ersten Quartal vorgelegt. Überdies hat der Pfizer-Partner den Bau einer Produktionsstätte für mRNA-Impfstoffe in Singapur angekündigt. Die Pfizer-Aktie tendierte 0,7 Prozent höher.

Boom bei Rohstoffpreisen

Der Anstieg bei den Rohstoffpreisen ließ auch den Werkstoffsektor auf ein Rekordhoch klettern. Angesichts der Höchststände bei Kupfer, Aluminium und Gold griffen Anleger vor allem bei Bergbau- und Stahlunternehmen zu. Der Aluminiumhersteller Alcoa sowie der Stahlhersteller United States Steel verteuerten sich zeitweise um jeweils bis zu knapp acht Prozent. Die Aussicht auf eine anziehende Nachfrage bei einem gleichzeitig knappen Angebot trieb die Kupferpreise auf ein Rekordhoch von bis zu 10.747,50 Dollar je Tonne, bevor sie wieder leicht nachgaben.

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US-Anleger deckten sich zudem mit Energiewerten wie Chevron und Exxon Mobil ein, nachdem ein Cyber-Angriff auf den führenden US-Pipeline-Betreiber Colonial Pipeline das Rohr-Netzwerk lahmgelegt und damit den Ölpreis nach oben getrieben hatte. Dies ließ den US-Energie-Index auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr steigen. Colonial Pipeline kündigte an, den Betrieb der Treibstoff-Pipeline in den Vereinigten Staaten bis Ende der Woche "im Wesentlichen" wiederherzustellen.

Das Rohr-Netzwerk verbindet Raffinerien und Ölhäfen am Golf von Mexiko mit den Ballungsräumen an der US-Ostküste. "Sollten die Pipelines für längere Zeit ausfallen, hätte das weitreichende Auswirkungen auf den Ölmarkt nicht nur in den USA, sondern auch in Europa", sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Die Cyber-Attacke animierte Anleger auch zum Kauf von Aktien von Cybersicherheitsfirmen. So kletterten die Aktien des Cybersecurity-Technologieanbieters FireEye in der Spitze um 6,2 Prozent. Branchen-Insidern zufolge wurde die Firma hinzugezogen, um auf den Cyber-Angriff auf den US-Pipeline-Betreiber zu reagieren.

Quelle: ntv.de, hny/rts

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