Wirtschaft

43.000 Autos weltweit betroffen Porsche ruft E-Modell Taycan zurück

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Der Fehler betrifft Modelle des Typs Taycan und Taycan Cross Turismo aus den Jahren 2020 und 2021.

(Foto: picture alliance / newscom)

Der Taycan ist Porsches erstes E-Auto und ein Flaggschiff der Stuttgarter. Doch fast alle bisher ausgelieferten Modelle des Sportwagens müssen in die Werkstatt. Es könne zu Problemen mit dem Antrieb kommen. Auch Tausende Fahrzeuge in Deutschland sind betroffen.

Wegen eines möglichen Verlusts der Antriebskraft ruft Porsche weltweit 43.000 Fahrzeuge des Elektromodells Taycan vorsorglich in die Werkstatt zurück. Das sind alle bis Juni produzierten und ausgelieferten Einheiten des im vergangenen Jahr auf den Markt gekommenen Modells. Bei den betroffenen Fahrzeugen bestehe die Möglichkeit, dass in bestimmten Fällen fälschlicherweise und sporadisch der Antrieb abschalte, teilte die Volkswagen-Tochter in Stuttgart mit.

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Das Fahrzeug könne dann aber ausrollen, der Fahrer kann weiter bremsen. Es sei bisher zu keinen Unfällen oder Sachschäden gekommen. In der Werkstatt müssen nach Unternehmensangaben die Software der Leistungselektronik und des Motorsteuergeräts überprüft und aktualisiert werden. Diese dauere etwa eine Stunde.

Bei voller Fahrt kann der Elektromotor ausfallen, sodass zum Beispiel bei einer Geschwindigkeit von 150 Kilometern pro Stunde das Fahrzeug binnen 90 Sekunden ausrollt, wie der zuständige Porsche-Projektleiter Klaus Rechberger in einem Pressgespräch erklärte. Nach einem Neustart des Motors sei der Wagen wieder fahrtüchtig. Die Fehlfunktion sei bei rund 130 Fahrzeugen aufgefallen, sei also kein Massenphänomen, ergänzte Rechberger.

Erste Beschwerden Mitte Mai

Da es sich um das Flaggschiff-Modell von Porsche für das E-Autozeitalter handelt, informierte die Volkswagen-Tochter anders als in der Branche üblich von sich aus vorab über die bevorstehenden behördlichen Rückrufanordnungen. Erstmals aktenkundig geworden waren die Vorkommnisse Mitte Mai bei der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA. Sie leitete auf Beschwerden von Kunden hin eine Voruntersuchung ein. Das Software-Update des Steuergeräts kann laut Porsche noch nicht aus der Ferne via Internet aufgespielt werden.

Beim später eingeführten Schwestermodell Audi e-tron GT, das die gleiche Komponente verwendet, habe es keine Beanstandungen von Kunden gegeben, wie ein Audi-Sprecher erklärte. Bei allen in Amerika ausgelieferten Fahrzeugen sei die Software schon auf dem neuesten Stand gewesen. Von den betroffenen Autos in den anderen Märkten sei mehr als die Hälfte schon in Ordnung gebracht, es sei noch eine dreistellige Zahl abzuarbeiten.

In Deutschland werden etwa 3400 Autos zurückgerufen. Von der Aktion des Sportwagenbauers sind Fahrzeuge des Typs Taycan und Taycan Cross Turismo der Modelljahre 2020 bis 2021 betroffen. Inzwischen sei der Fehler behoben worden. Der Taycan war der erste E-Porsche, er wurde erstmals im September 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/rts

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