Wirtschaft

Aus Westen geleaste Maschinen Putin-Gesetz erlaubt Übernahme von Flugzeugen

98730816.jpg

Für die übernommenen Flugzeuge können russische Airlines laut Gesetz auch Betriebslizenzen erhalten.

(Foto: picture alliance / imageBROKER)

Hunderte Flugzeuge der russischen Airlines sind von westlichen Firmen geleast. Nach einem neuen Gesetz dürfen die Fluggesellschaften die Maschinen als ihr Eigentum einverleiben. Damit reagiert Präsident Putin auf die Sanktionen des Westens - und dürfte wohl einen jahrelangen Rechtsstreit provozieren.

Russische Airlines können im Ausland geleaste Maschinen als ihr Eigentum eintragen lassen und russische Betriebslizenzen erhalten. Das sieht ein von Präsident Wladimir Putin unterzeichnetes Gesetz zur Übereignung ausländischer Leasingflugzeuge vor, berichtete die Nachrichtenagentur TASS. Russland reagiert damit auf die Sanktionen des Westens, die Leasingfirmen verpflichten, Verträge mit russischen Airlines bis Ende März zu beenden. Das führt dazu, dass ein Großteil der Flugzeugflotten in Russland am Boden steht. Betriebslizenzen könnten verfallen, da diese nur in dem Land erteilt werden dürfen, wo ein Flugzeug registriert ist.

Von den knapp 1000 Flugzeugen in Russland sind der Beratungsfirma IBA zufolge 745 im britischen Überseegebiet Bermuda registriert. Davon wiederum gehörten 713 Leasingfirmen, wobei die Mehrheit der Vermieter aus dem westlichen Ausland kommt. Die Behörde in Bermuda erklärte am Wochenende, sie könne wegen der Sanktionen die Flugtauglichkeitslizenz der Maschinen nicht aufrechterhalten. Denn nach den Sanktionen dürfen die Hersteller Airbus und Boeing keine Ersatzteile mehr nach Russland liefern. Wartungsfirmen wie Lufthansa Technik müssen ihre Arbeit für russische Fluggesellschaften einstellen.

Den Vermietern von Flugzeugen - am stärksten engagiert mit gut 150 Fliegern ist der in Irland sitzende Marktführer Aercap - dürfte nach Einschätzung von Experten ein jahrelanger Rechtsstreit um ihr Eigentum bevorstehen. Es geht dabei um Jets im Wert von zehn Milliarden US-Dollar. Der Markt Russland und die führende Fluggesellschaft Aeroflot hätten dem Luftfahrtexperten Bertrand Grabowskials zufolge als sehr zuverlässig gegolten. Doch das politische Risiko sei ausgeblendet worden. Der Flugzeugleasingbranche, der mehr als die Hälfte der Flugzeuge weltweit im Wert von rund 300 Milliarden Dollar gehört, drohen massive Verluste.

Quelle: ntv.de, chf/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen