Wirtschaft

"Fuchs" und "Boxer" fürs Militär Rheinmetall übernimmt Radpanzer-Sparte

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Gute Ertragsaussichten im Rüstungsgeschäft: Weltweit ziehen die Militärausgaben an.

(Foto: imago images / Rainer Weisflog)

Eine strategische Entscheidung im MDax sorgt an der Börse für Aufsehen: Der Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern baut sein Geschäft mit Militärtechnik aus und kauft dazu MAN Teile der gemeinsamen Radpanzer-Tochter RMMV ab.

Der deutsche Autozuliefer- und Rüstungskonzern Rheinmetall will sein Standbein in der Rüstung verstärken und das Geschäft mit Radpanzern künftig komplett alleine betreiben. Der Düsseldorfer MDax-Konzern kündigte dazu an, die Anteile von seinem bisherigen Partner MAN Truck & Bus aufzukaufen und sich damit teilweise aus dem Gemeinschaftsunternehmen zurückzuziehen.

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Militärtechnik aus Deutschland: Den Radpanzer "Boxer" bietet Rheinmetall in verschiedenen Varianten an.

(Foto: @ Rheinmetall Defence)

Die Rheinmetall-Gesellschafter seien sich einig, dass das Radpanzer-Geschäft unter ausschließlicher Führung von Rheinmetall besser weiterentwickelt werden könne, teilte das Unternehmen mit. Die fragliche Sparte stellt unter anderem das schwere Polizeifahrzeug "Survivor" sowie das Militärmodell "Boxer" und den deutlich älteren Truppentransporter "Fuchs" her. Die beiden militärischen Radpanzer sind unter anderem bei der Bundeswehr im Einsatz.

Aktie steigt auf Jahreshoch

An der Börse stieß die Neuausrichtung in der "Geschäftseinheit der taktischen Radfahrzeuge" auf positive Reaktionen. Die Aktien von Rheinmetall zogen am Morgen zeitweise kräftig an und erreichten im Verlauf mit 109,65 Euro ein neues Jahreshoch.

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Zum Bau der Panzerfahrzeuge betreibt Rheinmetall gemeinsam mit MAN eigene Produktionsstätten an Standorten in Kassel und Flensburg. Bislang kontrollierte Rheinmetall 51 Prozent und MAN 49 Prozent der Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen namens Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH (RMMV).

Widerstand von MAN muss Rheinmetall bei den Übernahmeplänen offenbar nicht fürchten. Der Anteilsrückkauf soll in der zweiten Jahreshälfte 2019 abgeschlossen und rechtlich rückwirkend zum 1. Januar 2019 vollzogen werden, hieß es. Wie viel Geld Rheinmetall an MAN überweist, ist unklar. Zum Kaufpreis wollten sich die beteiligten Unternehmen nicht äußern.

MAN baut weiter bei taktischen Trucks mit

Der Radpanzer-Bereich ist einer von zwei Sparten von RMMV. Neben Radpanzern entwickeln und bauen Ingenieure und Techniker hier auch speziell geschützte Militär-Lastwagen. Im Truck-Bereich wollen die beiden Firmen ihre Kooperation unverändert fortsetzen.

Für Rheinmetall haben sich die Aufträge militärischer Kunden zuletzt als wichtige Stütze erwiesen. Dank weltweit steigender Rüstungsausgaben konnte das Unternehmen im zurückliegenden Jahr kräftige Zuwächse in der Militärsparte verzeichnen. Im vergangenen Herbst etwa brachte allein ein Großauftrag aus Australien ein Ordervolumen von rund 2,1 Milliarden Euro ein. Bei Rheinmetall war in diesem Zusammenhang von einem der "größten Einzelaufträge der Unternehmensgeschichte" die Rede.

Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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