Wirtschaft

Wegen 18.000 Geisterflügen Ryanair macht sich über Lufthansa lustig

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Seit März 2021 müssen Fluggesellschaften ihre Zeitfenster zu 50 Prozent nutzen, um sie behalten zu können.

(Foto: picture alliance / Daniel Kubirski)

Im Dezember kündigt Lufthansa-Chef Spohr an: Um Start- und Landerechte nicht zu verlieren, muss die Airline im Winter angeblich 18.000 nutzlose Flüge durchführen. Der irische Billigflieger holt daraufhin zum Seitenhieb aus und hat auch gleich eine Lösung für das Problem zur Hand.

Der irische Billigflieger Ryanair hat sich über angeblich geplante "Geisterflüge" des Konkurrenten Lufthansa lustig gemacht. "Wir haben die Lösung: Verkauft billige Tickets", twitterte Ryanair. Die Fluggesellschaft appellierte zugleich an die EU-Kommission, nicht genutzte Startzeiten anderweitig zu vergeben. Hintergrund ist die Ankündigung von Lufthansa-Chef Carsten Spohr vom Dezember, die Airline müsse im Winter "18.000 zusätzliche, nutzlose Flüge durchführen, nur um unsere Start- und Landerechte zu sichern". "Lufthansa weint Krokodilstränen mit Blick auf die Umwelt, ist aber zu allem bereit, um seine Zeitfenster zu behalten", erklärte Ryanair-Chef Michael O'Leary.

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Frankreichs Verkehrsminister Jean-Baptiste Djebbari interpretierte die Äußerungen von Lufthansa als reine Verhandlungsstrategie. "Wir werden darauf achten, dass keine europäische Fluggesellschaft zu Leerflügen gezwungen sein wird", betonte er. Bisher galt, dass eine Fluggesellschaft ein Zeitfenster für einen Start oder eine Landung nur dann dauerhaft behalten kann, wenn sie es in mindestens 80 Prozent der Fälle auch nutzt. Wegen der zahlreichen Flugausfälle während der Pandemie wurde diese Regel ausgesetzt.

Billigflieger wie Ryanair beschwerten sich, weil sie ihrerseits Interesse an den Slots haben. Seit März 2021 müssen Fluggesellschaften ihre Zeitfenster zu 50 Prozent nutzen, um sie behalten zu können - das wird von vielen Fluggesellschaften als unrealistisch betrachtet, da der Flugverkehr weiter stark durch die Pandemie eingeschränkt ist.

Finnair streicht ein Fünftel aller Flüge

Die finnische Fluggesellschaft Finnair streicht derweil im Februar wegen vieler Corona-Ausfälle ein Fünftel ihrer Flüge. "Die Omikron-Variante und die Grippe-Saison haben zu einem deutlichen Anstieg der Krankmeldungen bei den Finnair-Beschäftigten und ihren Partnern geführt", teilte Finnair mit. Die Airline wolle mit der Streichung von Flügen Änderungen in letzter Minute vermeiden.

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Finnair wolle vor allem Flüge auf Strecken mit vielen Verbindungen canceln, teilte die Airline weiter mit. Kundinnen und Kunden haben dann die Chance, einen Flug zu einem anderen Zeitpunkt zu bekommen. Betroffen sind demnach Ziele wie Stockholm, Oslo, Paris oder Rom. Der Start der neuen Langstreckenverbindung nach Dallas in den USA werde darüber hinaus verschoben, teilte die Airline mit; auch Verbindungen nach Asien werden ausgedünnt. Diese Verbindungen sind ein wichtiges Geschäft für das Unternehmen.

Finnair gehört mehrheitlich dem Staat. In der Corona-Pandemie kündigte die Airline 2020 an, tausend Stellen zu streichen, etwa 15 Prozent des Personals. Wie in vielen europäischen Ländern steigen die Inzidenzen in Finnland aktuell an. Das Land mit 5,5 Millionen Einwohnern hatte am Dienstag mehr als 8000 neue Corona-Fälle verzeichnet.

Quelle: ntv.de, jki/AFP

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