Wirtschaft

Kein Verlust von Slots mehr EU macht Schluss mit Geisterflügen

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Der Coronavirus zwingt Airlines zu zahlreichen Leerflügen. Schuld war eine Regelung der EU.

(Foto: picture alliance/dpa)

Besonders der Luftverkehr ächzt unter der Corona-Epidemie. Fluggesellschaften streichen drastisch ihre Flüge. Aber viele Maschinen mussten bislang wegen einer Regel der EU trotzdem abheben - auch wenn fast gar keine Passagiere an Bord waren. Brüssel setzt dieses Gesetz jetzt aus.

Der Coronavirus hat den Luftverkehr in eine tiefe Krise gestürzt. Viele Passagiere treten ihren gebuchten Flug nicht an. Die aktuelle Abwärtsentwicklung übersteige alle bisher gemachten Erfahrungen mit externen Schocks, heißt es aus dem  Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft. Der Nachfragerückgang sei stärker als bei der Sars-Krise, den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und der Weltwirtschaftskrise von 2008/2009.

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Um die finanziellen Folgen abzumildern, die durch Buchungsrückgänge entstanden sind, haben zahlreiche Airlines ihre Flugpläne drastisch reduziert. Bevor die Europäische Kommission die sogenannte Slot-Regelung für europäische Fluggesellschaften am Dienstag aussetzte, waren jedoch Maschinen häufig beinahe ohne Passagiere gestartet. Airlines ermöglicht die neue EU-Regelung jetzt, ihre Kapazitäten während der Corona-Krise zurückzufahren, ohne den Verlust lukrativer Start- und Landerechte zu riskieren. Fluggesellschaften müssen ihre Start- und Landerechte nämlich eigentlich an großen Flughäfen zu 80 Prozent nutzen, um die Slots nicht zu verlieren.

"Diese zeitlich befristete Maßnahme hilft unserer Industrie und der Umwelt", erklärte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen. Damit würde der finanzielle Druck von Airlines genommen und "Geisterflüge" mit fast leeren Flugzeugen verhindert.

Die Bundesregierung begrüßte die Entscheidung, denn die bisher einzige Alternative, um die begehrten Zeitnischen auch in der Krise zu behalten - nämlich die Flughäfen mit fast leeren Maschinen anzufliegen - wäre ein "wirtschaftlicher und klimapolitischer Irrsinn" gewesen, sagte der Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek. "Die Regel auszusetzen und den Airlines Luft zum Handeln zu lassen ist daher eine richtige und pragmatische Lösung."

Bei Flügen von und nach China und Hongkong waren die Slot-Koordinatoren der EU schon übereingekommen, dass die Unternehmen in Bezug auf die Start- und Landerechte "höhere Gewalt" geltend machen und ihre Slots unter bestimmten Bedingungen behalten können.

Quelle: ntv.de, jki/DJ/rts