Wirtschaft

Offensive gegen Halbleitermangel Samsung baut weitere Chipfabrik in USA

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Insgesamt 2000 Hightech-Jobs sollen durch den Fabrikbau entstehen.

(Foto: REUTERS)

Der weltgrößte Speicherchiphersteller Samsung will seine Kapazitäten in den USA hochfahren. Nahe seiner bislang einzigen Chipfabrik in Texas soll in der ersten Jahreshälfte 2022 nun ein weiteres Werk entstehen. Die Ankündigung für die Milliardeninvestition erfolgt inmitten einer weltweiten Versorgungskrise.

Samsung Electronics baut eine 17 Milliarden Dollar teure Chipfabrik in der Stadt Taylor im US-Bundesstaat Texas. Das gab der südkoreanische Technologieriese in der vergangenen Nacht bekannt. Der Bau soll in der ersten Jahreshälfte 2022 starten. Mit der Fabrik werden rund 2000 Hightech-Jobs geschaffen. Um den Zuschlag hatten mehrere US-Städte gebuhlt, darunter auch New York.

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Bisher betreibt der weltgrößte Speicherchiphersteller und weltweit zweitgrößte Chipauftragsfertiger nur eine Fabrik in den USA: in Austin. Sie ist deutlich kleiner als das nun geplante fünf Quadratkilometer große Werk. Bisher haben die Südkoreaner nicht mitgeteilt, was sie in Taylor konkret fertigen wollen. Bekannt ist lediglich, dass es Chips für mobile Geräte und autonom fahrende Autos sein werden.

Mit der Errichtung der Fabrik in Taylor schließt sich Samsung den Rivalen TSMC und Intel an, die ebenfalls ihre Kapazitäten in den USA ausbauen. US-Präsident Joe Biden hat milliardenschwere Subventionen versprochen, um die Chipfertigung und -forschung in den USA anzukurbeln und Lieferengpässe wie derzeit in der Autoindustrie künftig zu verhindern und Asien Konkurrenz zu machen. Bisher wird ein Großteil der modernen Halbleiter in Asien gefertigt.

Entlastung für Halbleiter-Lieferkette

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Die Ankündigung Samsungs erfolgte inmitten eines weltweiten Chipmangels, der unterschiedliche Branchen einschließlich der Elektroindustrie und der Autoherstellung belastet. Der Vizevorsitzende der Halbleitersparte von Samsung Electronics, Kim Ki Nam, äußerte die Erwartung, dass die neue Fabrik zur Stabilität der globalen Halbleiter-Lieferkette beitragen werde. Das Unternehmen bedanke sich bei der US-Regierung und beim Kongress für deren Unterstützung, um "schnell föderale Anreize für die einheimische Chip-Produktion und Innovationen" zu schaffen.

Die neue Anlage werde "Produkte auf der Basis fortgeschrittener Prozesstechnologie" für mobile Anwendungen, den superschnellen Datenfunk 5G, den Bereich des Hochleistungsrechnens und der künstlichen Intelligenz (KI) herstellen, hieß es. Sie werde eine Fläche von mehr als fünf Millionen Quadratmetern einnehmen und zusammen mit der Produktionslinie im südkoreanischen Pyeongtaek als Schlüsselstandort für Samsungs weltweite Halbleiter-Produktion dienen.

Quelle: ntv.de, ddi/rts/dpa

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