Wirtschaft

Massive Kosteneinsparungen Tesla schickt Mitarbeiter in Zwangsurlaub

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Wagen vom Typ Model 3 stehen auf dem Fabrikgelände von Tesla in Fremont zur Abholung bereit.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Schließung der Tesla-Werke in den USA hat für die Beschäftigten weitreichende Folgen. Wie aus einer internen Mail hervorgeht, werden die Gehälter gekürzt und nicht benötigte Mitarbeiter in den unbezahlten Urlaub geschickt. Außerhalb der USA soll es bald ähnliche Maßnahmen geben.

Der US-Elektroautobauer Tesla schwenkt in der Corona-Krise auf harten Sparkurs um. Alle Arbeiter, die im Augenblick nicht unbedingt benötigt werden, werden ab Montag in den Zwangsurlaub geschickt. Wie aus einer in den USA verschickten E-Mail an die Mitarbeiter hervorgeht, erhalten sie während dieser Zeit keine Arbeitsvergütung. Lediglich die Krankenversicherungszulagen bleiben erhalten. Zudem werden ab dem 13. April die Löhne für die verbliebenen Mitarbeiter deutlich gekürzt.

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Grund sei die Schließung der Produktionsstätten in den USA wegen der Coronavirus-Pandemie, schreiben Medien übereinstimmend, die das Rundschreiben ebenfalls einsehen konnten. Eine Rückkehr zum Normalbetrieb plane der Konzern für den 4. Mai, sofern die Produktion dann auch wieder aufgenommen werden kann. Gründe für das Datum für einen möglichen Produktionsneustart gingen aus dem Schreiben nicht hervor.

Die Löhne der Arbeiter, die weiterbeschäftigt werden, sollen laut der Mail um 10 Prozent, die von Führungskräften um 20 bis 30 Prozent reduziert werden. Außerhalb der USA soll es ähnliche Kürzungen geben, die einzelnen Maßnahmen sollen aber von lokalen Gesetzen abhängig gemacht werden, wie es weiter heißt.

Kurzarbeitergeld wie in Deutschland und anderen Teilen Europas gibt es in den USA nicht. Mit den Konjunkturhilfen der US-Regierung wird die bislang begrenzte Arbeitslosenhilfe nun aber ausgeweitet. Arbeitgeber sollen damit Angestellte für bis zu vier Monate beurlauben können, anstatt sie zu entlassen. Der Staat würde in dieser Zeit für das Gehalt aufkommen.

Autobauer weltweit stehen mit stillgelegten Fabriken vor dem Problem, genug Geld in der Kasse zu behalten, um ihren weiterlaufenden Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Im Hauptwerk in Fremont in Kalifornien hatte Tesla erst nach tagelangen Diskussionen mit Gesetzesvertretern die Produktion ab 23. März angehalten. In dem Werk arbeiten rund 10.000 Beschäftigte.

Für Tesla ist die Zwangspause durch die Pandemie ein herber Rückschlag. Der Konzern will seine Offensive im Massenmarkt mit dem neuen Kompakt-SUV Model Y forcieren und muss dafür eigentlich rasch die Produktion in Fremont hochfahren. Stattdessen nutzt Tesla nun die Krise, seine Produktionsanlagen zu modernisieren, um die Kapazitäten zu vergrößern.

Quelle: ntv.de, ddi/dpa