Wirtschaft

Stellenzuwachs sprengt Prognose US-Jobmarkt droht Überhitzung

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313.000 Jobs sind in den USA im Februar neu entstanden.

REUTERS

In den USA sind im Februar so viele neue Jobs entstanden wie seit eineinhalb Jahren nicht. Auch in den Vormonaten war das Wachstum stärker als zunächst angenommen. Dagegen schwächelt das Lohnwachstum. Dennoch könnte die Fed in eine Zwickmühle geraten.

Der Arbeitsmarkt in den USA boomt noch stärker als erwartet. Die Regierung in Washington meldete in ihrem Arbeitsmarktbericht für Februar 313.000 neue Jobs. Das ist der stärkste Zuwachs in einem Monat seit mehr als anderthalb Jahren. Experten hatten lediglich mit 200.000 gerechnet. Die Angaben für die beiden Vormonate wurden kumuliert um 54.000 Jobs nach oben revidiert: Das Ministerium meldete für Januar nun ein Stellenplus von 239.000 und für Dezember von 175.000.

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Die getrennt ermittelte Erwerbslosenquote verharrte bei 4,1 Prozent. Ökonomen hatten hier einen Rückgang erwartet. Für diese Statistik werden private Haushalte befragt, für die Beschäftigtenzahl hingegen Unternehmen und Behörden.

Die sogenannte Erwerbsquote - also der Anteil der Erwerbspersonen an der Gesamtheit der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter - stieg von 62,7 auf 63,0 Prozent. Der Anstieg der Löhne, der im Januar die Börsen weltweit erschreckt hatte, schwächte sich leicht ab. Die US-Stundenlöhne zogen um 0,2 Prozent auf 26,75 Dollar an. Im Jahresvergleich lagen die Löhne im Februar um 2,6 Prozent höher. Für Januar wurde das Lohnplus auf 2,8 nach unten revidiert.

Der US-Arbeitsmarkt läuft schon seit einiger Zeit auf Hochtouren, nun droht langsam ein Überhitzen. Für den neuen Fed-Chef Jerome Powell ist das eine heikle Situation. Denn sollte die Fed zu der Überzeugung kommen, dass der Arbeitsmarkt über das Ziel hinausschießt und sich starker Inflationsdruck aufbaut, müsste sie eingreifen und die Zinsen schnell erhöhen. Damit würde sich Powell aber ziemlich sicher Ärger mit der Politik in Washington, namentlich mit Präsident Donald Trump, einhandeln, dem ein solches Abbremsen des Stellenwachstums kaum gefallen wird.

Zuletzt hatte die US-Notenbank im Dezember die Zinsen um einen Viertelpunkt erhöht - auf die Spanne von 1,25 bis 1,5 Prozent. Eine weitere Anhebung im März gilt vielen Investoren als ausgemachte Sache. Weitere Schritte nach oben in diesem Jahr dürften folgen. Die Notenbank erwartet, dass auch die für einen Aufschwung ungewöhnlich niedrige Inflation dieses Jahr in Gang kommt und sich dann um das Ziel der Fed von 2,0 Prozent einpendeln wird.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts/DJ

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