Wirtschaft

Ausnahme bleibt der Einzelhandel Unternehmen suchen wieder mehr Personal

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Die Bundesagentur für Arbeit verzeichnet in fast allen Branchen wieder mehr Stellenausschreibungen.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

In der Pandemie schicken Unternehmen Mitarbeiter in Kurzarbeit, andere sehen sich wegen der schlechten Auftragslage zu Entlassungen gezwungen. Das Angebot für Jobsuchende ist mager - scheint sich aber jetzt erstmals seit Beginn der Krise zu erholen. Viele Branchen wollen wieder mehr einstellen.

Trotz dritter Infektionswelle wollen die deutschen Unternehmen zunehmend neues Personal einstellen. Das Beschäftigungsbarometer sei im März kräftig um 3,1 Punkte auf 97,6 Zähler gestiegen, teilte das Münchner Ifo-Institut mit. "Das ist der höchste Wert seit Februar 2020 - der Arbeitsmarkt setzt zur Erholung an, trotz des Lockdowns." In der Industrie gehe der Aufschwung auch auf dem Jobmarkt weiter. "Die starke Industriekonjunktur motiviert die Unternehmen nun zu ersten Neueinstellungen - insbesondere die Elektroindustrie sucht neue Mitarbeiter", erklärten die Forscherinnen und Forscher.

Auch im Dienstleistungssektor haben sich demnach die Beschäftigungserwartungen spürbar verbessert. Treiber der Entwicklung seien Logistiker und IT-Dienstleister. Im Handel erholte sich die Lage etwas. Im Großhandel herrsche leichter Optimismus, während im Einzelhandel weiter Mitarbeiter entlassen würden. Im Baugewerbe gibt es laut Ifo im Moment wenig Bewegung.

Auch die Bundesagentur für Arbeit (BA) verzeichnet wieder mehr Stellenangebote, nachdem die Ausschreibungen wegen der Corona-Pandemie zuletzt erneut zurückgegangen waren. Die aufgrund des Teillockdowns seit November verhaltene Arbeitskräftenachfrage zeige sich nun deutlich belebt, erklärte die Behörde. Der Stellenindex der BA sei im März um vier Punkte auf 102 Punkte gestiegen und liege damit erstmals seit März 2020 wieder über dem Referenzwert von 100. Im Vergleich zum Februar hätten die Stellenmeldungen in fast allen Branchen zugenommen.

Aus der Landwirtschaft und auch aus dem Gastgewerbe seien im März deutlich mehr Stellen gemeldet worden. Ein merkliches Plus sei auch bei Sonstigen Dienstleistungen wie etwa Friseuren, im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe registriert worden. Im Vergleich zum Vorjahr fällt die Bilanz aber weiter negativ aus. Außer in der Landwirtschaft und im Baugewerbe sei der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen im März 2021 in allen Branchen geringer als im März 2020. Mit knapp einem Viertel des Rückgangs gehe dabei ein großer Teil auf die Zeitarbeit zurück.

Quelle: ntv.de, jhe/rts

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