Wirtschaft

Höchster Stand seit 50 Jahren Zentralbanken horten Gold wie lange nicht

Der Trend, Gold gegen Krisen zu kaufen, ist nicht ganz neu. Nun aber stocken die Notenbanken ihre Bestände so massiv auf, wie zuletzt in den 70er Jahren. Ein Staat zeigt sich besonders kauffreudig.

Es ist der höchste Stand seit fast einem halben Jahrhundert: Noch nie haben Zentralbanken so viel Gold gekauft wie im vergangenen Jahr. Laut World Gold Council (WGC) stockten sie ihre Bestände um insgesamt 651,5 Tonnen auf. Damit besitzen die Notenbanken so viele Goldreserven wie zuletzt im Jahr 1971, als die Preisbindung des Dollar an den Goldwert aufgehoben wurde.

Gold

Die Gold-Orgie ist in vollem Gange.

(Foto: Reuters)

Grund für die Käufe dürften die weltweit angespannten Handelsbeziehungen sein. "Viele Zentralbanken der Schwellenländer hatten ein signifikantes Dollar-Risiko; sie müssen dieses Risiko durch eine Allokation auf Gold managen", sagt Alistair Hewitt, Leiter der Marktforschung beim World Gold Council der "Financial Times".

Ganz neu ist der Goldrausch nicht. Laut einem Bericht des Think Tanks Official Monetary and Financial Institutions Forum (OMFIF) haben die Goldkäufe bereits seit der Finanzkrise 2008 sukzessive zugenommen. In Zeiten  "finanzieller Unsicherheit" wachse die Nachfrage nach dem Edelmetall, heißt es in dem Bericht.

Russen kaufen jede Menge Gold

Gold in USD
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Zu den größten Goldfans der vergangenen Jahre zählte Russland. Aber auch hier ist noch mal neuer Schwung in die Käufe gekommen. 2018 war die Moskauer Zentralbank die Nummer eins unter allen Goldkäufern. Ganze 274,3 Tonnen des begehrten Metalls gingen in den Besitz der Notenbank über.

Aber auch die Türkei und Kasachstan kurbelten ihre Käufe mächtig an, um ihre Dollar-Reserven zu schrumpfen und damit unabhängiger zu werden. Und in Europa stockten erstmals die Zentralbanken in Ungarn und Polen ihre Bestände auf. Die Ungarn verzehnfachten ihre Reserven auf 31,5 Tonnen, die Polen kauften 12 Tonnen Gold.

In Folge der gestiegenen Nachfrage steigt der Goldpreis. Eine Feinunze ist zuletzt für rund 1323 Dollar zu haben.

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Quelle: n-tv.de, nen

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