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Einkaufen in 3D: Amazon zündet Fire Phone

Amazon stellt in San Francisco sein erstes eigenes Smartphone vor. Das Fire Phone bietet seinen Nutzern unter anderem durch eine neue Technik einen außergewöhnlichen 3D-Effekt.

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Amazon hat in San Francisco sein mit großer Spannung erwartetes "Fire Phone" vorgestellt. Das Gerät hat auf der Vorderseite allein vier zusätzliche Kameras in den Ecken, die die Kopfbewegungen des Nutzers verfolgen. Kombiniert mit den anderen Sensoren sind so in angepassten Apps außergewöhnliche 3D-Effekte möglich.

Bezos demonstrierte die "dynamische Perspektive" unter anderem anhand von Lockscreens und 3D-Gebäuden in Amazon Maps. In Spielen kann der Nutzer beispielsweise in der Ego-Perspektive um Ecken sehen. Um weitere 3D-Apps zu bekommen, stellt Amazon Entwicklern ab sofort das entsprechende SDK - also Entwicklerwerkzeuge - zur Verfügung.

Das Amazon Fire Phone erzeugt durch eine ausgeklügelte Kameratechnik 3D-Effekte.
Das Amazon Fire Phone erzeugt durch eine ausgeklügelte Kameratechnik 3D-Effekte.(Foto: Amazon)

Man kann das Smartphone in 3D- und anderen Apps über Kippbewegungen steuern. Natürlich kann man so auch durch Amazons Produktangebot manövrieren oder in der Kindle-App umblättern und scrollen. Kippt man das Gerät in der Musik-App, werden Songtexte eingeblendet.

Mit der Software Firefly ist das Amazon-Smartphone in der Lage, über die Kamera zahlreiche Gegenstände, Codes, URLs, Text und Telefonnummern zu erkennen. Musik und TV-Sendungen identifiziert die Technik über das Mikrofon und liefert dann Zusatzinformationen. Bei Songs generiert Amazon automatisch eine Radiostation um das gehörte Stück, dazu nutzt es sein Streaming-Angebot Prime Music. Vor allem geht es Amazon bei Firefly darum, dass Kunden sofort problemlos Produkte bestellen können. Auch für Firefly hat Amazon ein SDK veröffentlicht.

Ohne seine 3D-Kameras in den Ecken wäre das Fire Phone nichts besonderes.
Ohne seine 3D-Kameras in den Ecken wäre das Fire Phone nichts besonderes.(Foto: Amazon)

Die weiteren Spezifikationen des Geräts sind guter Mittelklasse-Standard: Der von Gorilla Glass 3 geschützte Bildschirm ist 4,7 Zoll groß und hat mit 720p eher eine bescheidene HD-Auflösung. Ein Vier-Kern-Prozessor von Qualcomm (2,2 Gigahertz) mit Grafikeinheit Adreno 330, zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und eine 13-Megapixel-Kamera mit Auslöseknopf sind ebenfalls guter Standard. Das Gerät scheint eher keine wie zuvor vermutet gläserne Rückseite, sondern ein durchgehend aus Polycarbonat gefertigtes Gehäuse zu haben. An den Seiten sitzen Dual-Stereo-Lautsprecher.

Ab 200 Dollar mit Exklusivvertrag

Wie bei den Fire-Tablets ist das Betriebssystem des Fire Phone ein stark angepasstes Android mit Amazons eigener Benutzeroberfläche und App-Store. Prime-Kunden stehen alle Amazon-Dienste auf dem Gerät kostenlos zur Verfügung, Fotos können ohne Limit in Amazons Cloud gespeichert werden.

Mit 32 Gigabyte internen Speicher kostet das Fire Phone 200, mit 64 Gigabyte 300 US-Dollar. In den USA wird das Fire Phone ab 25. Juli exklusiv von AT&T vertrieben, Fire-Phone-Käufer müssen einen Zweijahresvertrag abschließen, daraus ergibt sich laut "CNET" ein theoretischer Preis ohne Vertrag von 650 Dollar für das 32-GB-Modell. Einen speziellen Datentarif, bei dem Amazons Streaming-Angebote unabhängig von einem Datenvolumen genutzt werden können, gibt es offenbar nicht, zumindest machte Bezos dazu keine Angaben. Ob und wann das Smartphone außerhalb der USA zu haben sein wird, ist noch unbekannt.

Quelle: n-tv.de

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