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Höllisch schwer: Den Highscore bei Touhou Seirensen zu knacken ist praktisch unmöglich.
Höllisch schwer: Den Highscore bei Touhou Seirensen zu knacken ist praktisch unmöglich.(Foto: STGReplays / youtu.be/UnM0rJQJJ8o)
Donnerstag, 13. April 2017

Ransomware-Scherz geht schief: Erpresser-Software fordert irren Highscore

Eine Ransomware fordert von ihren Opfern kein Lösegeld, sondern einen Wahnsinns-Highscore in einem höllisch schwierigen Ballerspiel. Ein Scherz, der nach hinten losgeht - die Software verbreitet sich unkontrolliert im Netz.

Es sollte eigentlich nur ein Scherz sein. Ein Hobby-Entwickler kreiert eine Ransomware-Variante, die nicht wie ihre vielen Verwandten Lösegeld von den Opfern erpresst. Die Ransomware namens "Rensenware" fordert vom Nutzer stattdessen, einen irrsinnigen Highscore in einem Ballerspiel zu knacken. Doch nachdem er den Quellcode ins Netz geladen hat, verbreitet sich Rensenware schnell und unkontrolliert. Der Macher bemüht sich um Schadensbegrenzung.

Die Geschichte, die bei "Gamestar.de" nachzulesen ist, klingt tatsächlich nach einer Idee, die witzig sein könnte: Rensenware-Entwickler "Tvple Eraser by 0xFF", so sein Twitter-Pseudonym, spielt den Anime-Shooter "Touhou Seirensen - Undefined Fantastic Object", ein höllisch schwieriges Ballerspiel für Adrenalin-Junkies. Irgendwann kommt er auf die Idee, andere Nutzer herauszufordern, einen absurd hohen Highscore zu knacken, den er selbst nicht schafft - 200 Millionen Punkte im "Geisteskrank-Modus". Druck- und Lockmittel: die Verschlüsselung ihrer Daten.

Unkontrollierte Verbreitung im Netz

Die Idee für "Rensenware" ist geboren, ein Wortspiel aus "Ransomware" und dem Namen des Spiels. Der Quellcode für die Erpresser-Software ist schnell geschrieben, doch nachdem er diesen ins Netz hochgeladen hat, beginnt der ungeplante Teil: Die Software verbreitet sich unkontrolliert, die Opfer des Erpresser-Tools haben trotz der spaßigen Anfangsidee wohl nur wenig zu lachen.

Der koreanische Entwickler beeilt sich daraufhin, sich in aller Öffentlichkeit zu entschuldigen, über Twitter verbreitete er außerdem ein Tool als Gegenmittel, das die Verschlüsselung umgeht. In mehreren Tweets beteuert er, dass er nicht auf Geld aus war, sondern das Programm nur zum Spaß entwickelt habe. In einem Tweet vom 7. April schreibt er zum Beispiel: "Zur Hölle, ich würde NIEMALS Malware oder ähnliches entwickeln. Es hat so viel Spaß gemacht, das zu entwickeln, aber jetzt bin ich so erschöpft, habe den ganzen Tag nichts gegessen."

Der Arme - ein bisschen erinnert die Geschichte an Goethes Zauberlehrling. Zu viel Mitleid sollte man mit ihm aber nicht haben, denn als Entwickler und aktiver Internetnutzer sollte er wissen, dass alles, was ins Netz gestellt wird und sich für Schabernack und groben Unfug eignet, irgendwann auch genau dazu missbraucht wird.

Immerhin, der Urheber des aus dem Ruder geratenen Streichs ist in dieser Geschichte Lehrling und Meister zugleich: Einen Schutz vor Rensenware hat er bei Github zum Download veröffentlicht.

Quelle: n-tv.de

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