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Können Computer die Schönheit eines Menschen anhand von Fotos bestimmen?
Können Computer die Schönheit eines Menschen anhand von Fotos bestimmen?(Foto: howhot.io)

#howhot - wie heiß bin ich?: Website sagt, wer wirklich schön ist

Kann Künstliche Intelligenz die Schönheit von Menschen anhand eines Fotos ermitteln? Schweizer Forscher versuchen genau das. Wer den Algorithmus testen will, muss mutig sein - und im Zweifel Spaß verstehen.

Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Aber gibt es auch objektive Kriterien dafür, wie attraktiv ein Mensch ist? Kann ein Computer Schönheit erkennen und messen? In einem Projekt der Eidgenössisch Technischen Hochschule (ETH) Zürich haben Forscher genau das versucht und einen Algorithmus entwickelt, der die Schönheit einer Person erkennen und sagen soll, wie attraktiv jemand ist.

Hintergrund ist eine wissenschaftliche Studie zu der Frage, ob Computer in der Lage sind, den entscheidenden ersten Eindruck vorherzusagen, den ein neues Gesicht auf einen Menschen macht. Alter, Geschlecht und "durchschnittliche Attraktivität" konnten die Forscher bereits vorhersagen. Hinzugekommen sei nun eine Art Vorhersagefunktion, die auf den bekannten Vorlieben einer Person basiert und einschätzen kann, wie sehr sich diese von einem neuen Gesicht angezogen fühlt.  

Zwei Testfotos für die Schönheitserkennungs-Software von blinq.
Zwei Testfotos für die Schönheitserkennungs-Software von blinq.(Foto: jwa)

Grundlage für die Schönheitserkennungs-Software sind menschliche Bewertungen. Um den Algorithmus zu füttern, haben die Schweizer Forscher Daten aus einer Dating-App herangezogen, die ähnlich wie die in Deutschland beliebte Dating-App "Tinder" funktioniert. Rund 20 Millionen Bewertungen von über 13.000 Nutzerprofilen aus der App "Blinq" flossen in die Forschung mit ein, außerdem Fotos von Prominenten.

"Hmm.." oder "Hot"?

Visuell umgesetzt haben die Forscher ihr Projekt mit einer optisch ansprechenden, wenig wissenschaftlich wirkenden Website. Nutzer können hier ein beliebiges Porträtfoto hochladen. Hat der Algorithmus ein Gesicht analysiert, werden das Geschlecht und das geschätzte Alter angezeigt. Außerdem wird die Schönheit des abgebildeten Gesichts in einer von sechs Kategorien platziert. Am unteren Ende der Skala winkt nur ein zurückhaltendes "Hmm ...", nächsthöhere Stufe ist ein "Ok". Dann folgen "Nice" (nett, hübsch), "Hot" (heiß), "Stunning" (umwerfend) und schließlich "Godlike" (göttlich). Unter dem Hastag #howhot sollen Nutzer ihre Ergebnisse über die Sozialen Netzwerke teilen. 

In einem Probelauf mit Selbstporträts erweist sich die Software als treffsicher, ließ sich allerdings auch austricksen: Mit Grimasse und der Stirn in Falten wird der Proband gleich rund 10 Jahre älter geschätzt - und vom Attraktivitätsmesser zu Recht abgewertet. Übrigens: Wer die Software einem Härtetest unterziehen, aber nicht sein eigenes Gesicht vors digitale Tribunal stellen möchte, könnte aus aktuellem Anlass zum Beispiel verschiedene Bilder des vielgesichtigen Pop-Chamäleons David Bowie von den Algorithmen analysieren lassen. Das wandelbare, alterslose und androgyne Gesicht des Musikers führt die Software an ihre Grenzen - zum Vorwurf machen kann man ihr das aber nicht.

Besucher der Website könnten sich zu Recht fragen: "Muss ich das ernst nehmen?" Wer auf den entsprechenden Link klickt, bekommt einen Banner angezeigt, der erklärt, man solle verantwortungsbewusst mit dem Attraktivitätsmesser umgehen und bedenken, dass Schönheit sehr subjektiv und deren Wahrnehmung von Kultur zu Kultur unterschiedlich sei. Außerdem sei der Algorithmus mit Daten aus der hauptsächlich aus der Schweiz stammenden Blinq-Community gefüttert. Man zeige keine Auswertung für Fotos von Minderjährigen, Fotos würden nicht gespeichert - und nicht zuletzt sollte man mit der Website vor allem Spaß haben und die Ergebnisse nicht zu ernst nehmen.

Quelle: n-tv.de

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