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Auf einem angespannten Markt Autokauf nur mit Geduld oder Abstrichen?

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Auf dem Neuwagenmarkt zeitnah ein Auto nach den ganz persönlichen Wünschen zu bekommen, scheint momentan aussichtslos.

(Foto: dpa)

Neuwagen sind momentan nicht nur teuer, sondern auch nur mit viel Geduld zu bekommen. Eine Folge von Corona und der daraus resultierenden Chipkrise. Unterdessen wird es aber auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt eng. Kommt man momentan also gar nicht mehr an ein neues Auto?

Wer momentan auf der Such nach einem Auto ist, wird feststellen, dass Pkw, als Folge der anhaltenden Chipkrise, knapp und entsprechend teuer sind. Waren zunächst nur Neuwagen betroffen, ist längst auch das Angebot an jüngeren Gebrauchten dezimiert. Wer also ein neues Auto will, braucht entweder Geduld oder Flexibilität.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) nennt die aktuelle Situation eine "Angebotskrise". Nach dem Corona-Schock sind die Verbraucher wieder bereit, in ein neues Auto zu investieren, doch es mangelt an Fahrzeugen. Weil den Autoherstellern Halbleiter von meist asiatischen Chipherstellern fehlen, stehen vielerorts die Bänder still. Gebaut werden mit den wenigen verfügbaren Elektronikbauteilen vornehmlich teure Autos mit hohen Margen und Elektroautos. Kleinwagen und günstige Familienautos hingegen werden hintangestellt. Die früher üblichen Lieferzeiten von etwa drei Monaten gelten aktuell nur noch in Ausnahmefällen. Fünf bis sechs Monate sind eher die Regel, auf einzelne Modelle muss man unterdessen sogar ein Jahr oder länger warten.

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Man mag es kaum glauben, dass Kleinstteile wie Chips eine ganze Industrie zum Stocken bringen können.

(Foto: dpa)

Wer sein Auto schnell benötigt, muss beim Händler nach Fahrzeugen mit kurzer Lieferzeit fragen, sich dann unter Umständen von seinem favorisierten Modell verabschieden und auch auf bestimmte Extras und einen speziellen Antrieb verzichten. Wer so denkt und handelt, könnte sogar auf günstigere Konditionen hoffen, dürfte sich aber auch Lichtjahre von seinem Wunschauto entfernt haben.

Gebrauchtwagenmarkt spiegelt den der Neuwagen

Eine kurzfristige Verbesserung der Gesamtsituation ist nicht zu erwarten. "Der Automarkt bleibt auch in den nächsten Monaten äußerst angespannt", prognostiziert Dudenhöffer, der mit weiter steigenden Nettopreisen und noch längeren Lieferzeiten rechnet. Dazu kommt: "Was sich im Neuwagenmarkt zeigt, setzt sich nahezu synchron auf die Gebrauchtwagenmärkte um. Autos sind knapp und wertvoll geworden."

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Für junge Gebrauchte sind die Preise im Jahr 2021 um durchschnittlich 2000 Euro gestiegen.

(Foto: dpa)

Der Umstieg auf ein gebrauchtes Modell ist für Autokäufer demnach nicht automatisch eine Lösung. Vor allem junge Fahrzeuge aus gefragten Baureihen sind auch aus Vorbesitz nur schwer zu bekommen. Zudem sind auch die entsprechend teuer. Nach Analyse des Gebrauchtwagen-Portals AutoScout24 hat der Durchschnittspreis eines Pkw aus zweiter Hand im vergangenen Jahr auf 22.841 Euro und damit um 2027 Euro oder 10 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau zugelegt. Etwas entspannter könnte die Situation vielerorts bei älteren Gebrauchten sein. Oder wenn es sich um weniger gefragte Modelle oder etwas abseitige Konfigurationen handelt. Wer bei Marke, Karosseriefarbe und Ausstattungsumfang flexibel ist, könnte also durchaus Glück haben.

Alternative Auto-Abonnement

Eine weitere Alternative zum Neuwagenkauf könnte ein Auto-Abonnement sein. Dabei handelt es sich um eine Art Kurzzeitleasing mit Voll-Service: Die monatliche Gebühr deckt bis auf die Energiekosten alles ab - von der Versicherung bis zur Fahrzeugnutzungs-Rate. Die Abos kosten je nach Fahrzeugklasse um die 300 bis 900 Euro pro Monat, sind also nicht unbedingt günstig. Im Gegensatz zu den Kaufpreisen für Neuwagen sind die Abo-Raten aber zuletzt nicht gestiegen, wie Dudenhöffers CAR ermittelt hat. Die Lieferzeiten sind zwar mit im Einzelfall bis zu 26 Wochen ebenfalls hoch, liegen aber deutlich unter denen beim Kauf. Manchmal stehen die Fahrzeuge bereits nach einem Monat zur Verfügung. "Mit den breiten Angeboten im Auto-Abo-Segment gewinnt der deutsche Automarkt an Stabilität, was den Ärger über enorm lange Lieferzeiten bei einigen Neuwagen dämpfen dürfte", so Dudenhöffer.

Als letzte Möglichkeit bleibt noch Geduld. Die Chipkrise dürfte nach Experteneinschätzung zwar noch mindestens über das erste Halbjahr 2022 anhalten. Irgendwann wird sie aber auch wieder vorbei sein. Und dann könnte aus dem Verkäufermarkt wieder ein Kundenmarkt werden. Mit kürzeren Lieferzeiten und günstigeren Preisen.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x

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