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Die zeigt Größe Benelli Imperiale 400 - herrschaftliches Vergnügen

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Wer mit bescheidenen 21 PS leben kann, wird beim Fahren der Benelli Imperiale 400 viel Spaß haben.

(Foto: Ulf Böhringer)

Benelli hat der neuen Klassik-400er einen Beinamen verliehen, der viel verspricht: Imperiale. Tatsächlich gibt das in Italien entwickelte und in China gebaute Retro-Bike beim Fahren fast schon ein herrschaftliches Gefühl. Dazu trägt auch der defensive Grundcharakter der Benelli Imperiale 400 bei.

Auch im hubraumorientierten Deutschland steigt die Nachfrage nach Motorrädern in der Klasse von 300 bis 400 Kubikmetern Hubraum. Mit der Benelli Imperiale 400 kommt eine weitere 400er auf den deutschen Markt: Klassisch von den Speichenrädern bis zur Tank-Sitzbank-Linie, mit hübschen Accessoires wie Kniekissen am Tank, Kotflügeln aus massivem Blech, allerlei Chrom-Zierrat und zwei Rundinstrumenten im Cockpit. Angesichts einer Motorleistung von kaum über 20 PS erscheint der Beiname "Imperiale" für die Benelli 400 zwar etwas hoch gegriffen, doch die Marke leitet ihn von einer 125er aus den 1950ern ab. Die war noch deutlich schwächer.

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Die Benelli Imperale 400 ist ein stilechtes Retro-Bike.

(Foto: Ulf Böhringer)

Echte Stilbrüche sind an der in China gebauten, aber in Italien am alten Benelli-Firmensitz in Pesaro entwickelten 400er nicht zu finden: Ein schwarz lackierter Rundscheinwerfer mit Chromring und Halogen-Glühbirne zeugt genauso von Stilsicherheit wie die großen runden Blinker oder die Form des Edelstahl-Auspuffs im Peashooter-Stil, die Speichenräder und die 41-Millimeter-Teleskopgabel. Für 4000 Euro plus 300 Euro Liefernebenkosten erscheint die kleine Chinesin keinesfalls überteuert.

Schön und stämmig

Sie ist ganz schön stämmig ausgefallen. Der kräftige Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, die ebenfalls aus Stahl gefertigte Kastenschwinge oder die sehr massiv wirkenden Fußrastenträger und der ungeschlachte Fußbremshebel aus Rundstahl signalisieren, dass ein niedriges Fahrzeuggewicht nicht ganz oben im Lastenheft der Entwickler stand. Mit 205 Kilogramm ist die Benelli schwerer als manche 1000er Naked. Erlaubt ist eine recht hohe Zuladung von 190 Kilo.

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Die Reifendimensionen passen gut zur Benelli Imperiale 400.

(Foto: Ulf Böhringer)

Die Reifendimensionen, vorne ein 19-Zöller, hinten ein 18-Zöller, sind passend gewählt: Das Einlenken in Kurven erfolgt ausgesprochen leicht, auch Wechselkurven gehen dank der sparsamen Reifendimensionierung und des angenehm breiten Stahlrohr-Lenkers leicht von der Hand. Der Geradeauslauf ist bis hin zur Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h unauffällig gut, Kurven werden stabil umrundet.

Ein defensivere Grundcharakter

Allzu übermütigem Vorwärtsdrang steht nicht nur der defensive Grundcharakter der Imperiale, sondern in den meisten Fällen auch die mit 21,1 PS bescheidene Maximalleistung entgegen. Der langhubig ausgelegte, luftgekühlte 374 Kubik-Zweiventil-Einzylindermotor mit obenliegender Nockenwelle entwickelt sie bei bescheidenen 5500 Kurbelwellenumdrehungen. Das maximale Drehmoment von 29 Newtonmeter drückt das Triebwerk bei 4500 U/min. auf das Hinterrad. Entsprechend dieser Daten darf der Treibsatz auch im praktischen Fahrbetrieb als elastisch und durchzugsstark gelten.

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Im Normalfall konsumiert die Benelli Imperiale 400 um die 3,8 Liter.

(Foto: Ulf Böhringer)

Zumeist ist man zwischen 2500 und 5000 Touren unterwegs, jenseits der Nenndrehzahl lässt die ansonsten durchaus spürbare Drehfreude schnell nach. Erstaunlicherweise dreht die Maschine bei der Höchstgeschwindigkeit, die bei 140 km/h liegt, vollständig aus und sogar höher. Praktiziert man diese eigentlich nicht artgerechte Fahrweise, ist der Normverbrauch von 3,1 Liter pro 100 Kilometer natürlich nicht zu erreichen. Beim Nachtanken erbrachte die Testfahrt einen Verbrauch von 3,8 Liter. Der immerhin 12 Liter große Tank sollte so eine Reichweiten von mindestens 300 Kilometern garantieren.

"Good Vibes"

Wie der satte Sound, so gefällt auch der Motorlauf ausgesprochen gut: Es entstehen ausschließlich "good vibes", so dass trotz der bescheidenen Leistung häufig ein fettes Grinsen im Gesicht des Fahrers zu sehen ist. Das Fünfganggetriebe spielt zusammen mit der leichtgängigen Kupplung bestens mit: Es arbeitet ausgesprochen geschmeidig und ist gut abgestimmt. Einen in der Weite einstellbaren Kupplungshebel weist die Benelli nicht auf, aber einen einstellbaren Bremshebel.

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Die beiden in der Vorspannung einstellbaren Stoßdämpfer nehmen schlechtem Asphalt den Schrecken.

(Foto: Ulf Böhringer)

Besonders hoch ist der Spaßfaktor auf kleinen und kleinsten Straßen mit geringer Verkehrsdichte. Gut dran ist natürlich derjenige, der seine 125er-Zeiten noch nicht vollständig vergessen hat und das Fahrprinzip "Immer laufenlassen" noch abrufen kann. Ähnlich viel Fahrvergnügen ist mit vielen anderen Motorrädern nur schwer oder aber erst im sehr hohen Tempobereich erreichbar.

Zum Halten kommt man sehr gut: Vorne beißt eine Zweikolbenzange ordentlich in die 300er-Scheibe, hinten unterstützt eine Einkolbenzange, die auf eine 240er-Scheibe zugreift. Das ABS ist notfalls mit einer sauberen Regelung zur Stelle. Die 41er-Telegabel mit 12,1 Zentimetern Federweg erscheint gut brauchbar, die beiden in der Vorspannung einstellbaren Stoßdämpfer am Heck bieten 9,2 Zentimeter Federweg und eliminieren zusammen mit dem ordentlich gepolsterten, ausreichend großen Sitz die üblichen Widrigkeiten des Asphalts zufriedenstellend.

Quelle: ntv.de, Ulf Böhringer, sp-x

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