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Top oder Flop? Die ersten BMW Motorrad Days in Berlin

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Am Sonnabend war der Andrang bei den BMW Motorrad Days wirklich groß.

(Foto: BMW)

Es war für BMW ein großer Sprung, die legendären Motorrad Days von Garmisch-Partenkirchen in den Sommergarten der Messe Berlin zu verlegen. Ein Sprung, den die Fans dann auch nicht in Gänze mitgemacht haben. Aber war die Veranstaltung deswegen ein Flop?

BMW hat für seine Motorrad Days den Sprung von den Alpen nach Berlin gewagt. Statt am Hausberggelände in Garmisch-Partenkirchen wurde das Messegelände am ICC in der Hauptstadt zum Austragungsort. Zu sehen gab es nicht das Alpenpanorama, sondern den Funkturm als höchsten Punkt, den man allerdings nicht mit dem Motorrad befahren kann. Hörte man sich um, dann war das wohl auch der größte Unmut, der sich breitmachte: Es fehlen die Alpen, die kurvenreichen Strecken mit ihrem außergewöhnlichen Panorama. Natürlich gibt es auch in Brandenburg schöne Motorradstrecken, aber zum einen muss man sie finden, zum anderen ist es ein gutes Stück des Weges, bevor man sie vom Funkturm erreicht.

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Spektakuläre Shows sorgten auf den BMW Motorrad Days für Unterhaltung.

(Foto: BMW)

Ansonsten hatte BMW alles in den Sommergarten im Messegelände gebracht, was es auch in Garmisch gab: Trainingseinheiten, Workshops, Probefahrten mit allen BMW-Modellen, Ausstellungen, ein Enduro Park zum Offroad-Training, den man allerdings erst nach längerer Busfahrt nach Brandenburg erreichte, und Stuntriding. Hinzu kam eine wirklich spektakuläre Trial Show oder eine nicht minder aufregende FMX-Vorführung. Und dennoch schien sich die Stimmung aus Garmisch-Partenkirchen nicht nach Berlin übertragen zu wollen.

Daran änderte auch der Umstand nichts, dass sich die Motorrad Days an das am Freitag stattfindende Pure&Crafted-Festival andockten und Bands wie Nothing But Thieves, Altin Gün oder The Vaccines ab 13 Uhr bis tief in die Nacht für Stimmung sorgten. Hier war der Sommergarten der Messe Berlin voll. Aber waren das die BMW-Fans, die GS-Fahrer, die sonst in den Alpen feierten? Eher nicht.

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Die Konzerte auf dem Pure&Crafted-Festival waren gut besucht.

(Foto: BMW)

Dennoch war der erste Motorrad Day am Samstag wirklich gut besucht. Da kamen BMW-Fans aus 40 Nationen. Während Besucher aus Italien und Großbritannien traditionell stark vertreten sind, fanden auch Motorradfahrer aus Polen, Argentinien, Südkorea, Kolumbien oder Südafrika den Weg nach Berlin. Nicht zu vergessen die, die aus dem Umland auf das Messegelände kamen. Aber irgendwie ließ sich die samstägliche Begeisterung nicht auf den Sonntag übertragen. Bei gleichem Programm war die Publikumsandrang überschaubar.

Nun sind 17.000 Besucher in Summe nicht wenig. Und für einen ersten Aufschlag in Berlin dürfen sich die Initiatoren schon freuen. Aber im Vergleich zu den letzten Motorrad Days im Jahr 2019 ist es eben nur knapp die Hälfte an Teilnehmern. Daran konnte auch der Umstand, dass man mit der Besichtigung des BMW-Motorradwerks in Spandau noch mal einen wirklich spannenden Einblick in den Produktionsprozess gab, nichts ändern.

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Den Messecharakter der Motorrad Days konnte die Veranstaltung am Funkturm in Berlin nicht ganz ablegen.

(Foto: BMW)

BMW-Motorrad ist aber wild entschlossen, auch nächstes Jahr die Motorrad Days in Berlin stattfinden zu lassen. Und vielleicht gelingt es ja dann doch, die Messeatmosphäre gegen die Lagerfeuerstimmung, für die Garmisch so berühmt war, zu tauschen. Dann gibt es bestimmt auch wieder die Benzingespräche der Gleichgesinnten. Denn eins steht fest: dass es im Umland keine schönen Motorrad-Strecken gibt, ist einfach nicht wahr. Klar, hier fehlen die Berge, aber dafür gibt es deutlich mehr Seen als in den Alpen.

Quelle: ntv.de

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