Essen und Trinken

Die grünsten Weihnachten ever Weniger kann so viel sein

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Nicht nur an Weihnachten: Dieser Kranz aus Trockenblumen ist das ganze Jahr über ein dekorativer Blickpunkt.

(Foto: ©Theresa Baumgärtner)

Die wunderbarste Zeit des Jahres ist zugleich die verschwenderischste. Muss nicht sein: Julia Georgallis und Theresa Baumgärtner zeigen, wie's geht und verraten köstliche Rezepte. Julia futtert ihren Weihnachtsbaum auf und Theresa holt Goldstaub aus der Natur.

In den Augen von Greta bin ich vermutlich ein Umweltmuffel (Für die Hardcore-Gender-Fans biete ich kompromissbereit Müffeline an.): Ich fahre Auto, zwar Kleinwagen, neu und mit allen möglichen EU-Normen, aber ein verfluchter Benziner. Und auf der Weihnachtstafel habe ich am liebsten einen Gänsebraten. Auch außerhalb diverser Festivitäten, also immer, kann ich Tofu & Co. nichts abgewinnen. Bei genügend vorhandener Konzilianz und dem unbedingten Willen, mich in eine Kiste zu stecken, könnte man(/frau/divers) mich als temporären Flexitarier bezeichnen. Im Arbeitszeugnis würde da wohl stehen: "Sie war stets bemüht..."

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Theresa Birnen-Zimt-Cocktail passt besonders gut in die Weihnachtszeit.

(Foto: ©Theresa Baumgärtner)

Zu meiner Ehrenrettung möchte ich außer Mülltrennung und Einkaufsnetz, Vogeltränke und Futterhäuschen, Bienen-Weide und Igel-Laubhaufen im Garten vorbringen: Ich kaufe Bio. Nach Möglichkeit regional. Ich meide Fleischtheken in Supermärkten wie der Teufel das Weihwasser, liebe meinen Bauern aus der Prignitz (als Lieferanten), der seine einst glücklichen Schweine und Hühner für mich umbringt, mich mit Kartoffeln und anderem Grünzeug von seinem Acker versorgt. Da nicht immer alles klappt bzw. vorhanden ist, gestatte ich mir Ausnahmen ("Sie hat sich stets bemüht..."). Ich könnte meine Aufzählung bis in Bad und Bett fortsetzen, dass Ihnen die Augen flimmern, aber Weihnachten steht vor der Tür und die Zeit wird knapp. Nur noch eins: Ich verzichte auf den Weihnachtsbaum!

Da es hier kein Kleingedrucktes gibt, in dem ich Begründungen und Ausreden verstecken könnte, will ich ganz ehrlich bekennen: Einen "Boom", wie der Berliner seine Tanne nennt, gab‘s bei mir im Katzenhaushalt "aus Gründen" nicht. Zwar ist meine Hanni nun im Katzenhimmel, aber ich bleibe baumlos, da ich an dem großen Weihnachtsbaum meiner ins Erzgebirgische ausgewanderten Teilfamilie partizipiere. So, nun ist es raus. Im Arzgebirg, da ist’s zwar schie, aber halt auch sehr traditionell. Der Familien-Weihnachtsbaum ist auch für 2021 unser Plan, aber was wird uns Corona im wirklichen Leben bis dahin noch einbrocken? Im Januar weiß ich mehr...

Wie halten Sie es eigentlich mit Weihnachten?

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In Julias Crumble bilden Pflaumen und Wacholder ein entspanntes Paar.

(Foto: ©Lizzie Mayson)

Klar, Sie denken jetzt: Die kann sich ökomäßig großherzig geben, dabei klemmt sie sich bloß unter 'ne fremde Tanne. Aber zumindest ein Baum stirbt nicht für mich! Und zwar jedes Weihnachten. Und falls Sie mir nicht endlich Absolution erteilen für meine Umweltsünden, schauen wir uns doch mal Ihren ökologischen Fußabdruck an, na...? An Weihnachten schlemmen bis der Arzt kommt? Gegrillte Speckpflaumen und zur Abrundung 'ne Packung Pralinen? Gans ganz lecker und jede Menge davon? Und in der Ecke die größte Nordmanntanne, die reinpasst? Sehen Sie – erwischt!

Für 42 Prozent der Deutschen gehört ein echter Weihnachtsbaum zu einem glücklichen Fest dazu. Dafür sterben jährlich 23 bis 25 Millionen Tannen und Fichten den Weihnachtstod; zum Aufwachsen brauchte jeder Baum 8 bis 12 Jahre. Immerhin die Hälfte von uns entscheidet sich inzwischen gegen den Echten: 22 Prozent bevorzugen "Kunst", wenn man es so nennen kann, und außerdem kommen die meisten Plastik-Bäume aus Asien und haben einen entsprechend langen Weg hinter sich. Öko ist was anderes. Der Rest der Deutschen bleibt völlig baumfrei.

Dass der heißgeliebte Weihnachtsbaum nicht als Müll enden und die Weihnachtsgans nicht das Nonplusultra auf der Tafel sein müssen, finden zwei Frauen, die sich auskennen. Julia Georgallis und Theresa Baumgärtner zeigen Alternativen auf, überraschend zum Teil, aber so gut, dass es einem in den Fingern juckt, sie auszuprobieren. Die Anleitungen finden Sie in zwei Büchern.

1. Weihnachtsbuch: How to Eat Your Chrismas Tree

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Julia Georgallis hat sich daran gemacht, unseren Hunger nach Weihnachtsbäumen im wahrsten Sinne des Wortes zu stillen, und zwar umweltfreundlich. Die Londonerin, gelernte Bäckerin sowie Unternehmerin, futtert ihren Weihnachtsbaum einfach auf! Okay, nicht ganz und gar, sondern nur die Nadeln. Gemeinsam mit der Designerin Lauren Davies hat sie 2015 ihre baumverzehrende Aktion ins Leben gerufen. Wie sie dazu kam und über die Schwierigkeiten der ersten Versuche, über Ideen für Weihnachtsbaum-Alternativen erzählt Julia in dem handlichen Büchlein "How to Eat Your Chrismas Tree", erschienen bei ars vivendi. In 32 kreativen Rezepten zeigt sie, dass sich aus Nadeln, Kernen und Blättern leckere Gerichte zaubern lassen. Zusätzlich gibt sie hilfreiche Tipps, wie man an essbare Bäume kommt, wie man diese nachhaltig dekoriert und verwertet, und zeigt, dass für ein besinnliches Fest nicht zwingend die klassische Nordmanntanne herhalten muss. Von den rund 25 Millionen Weihnachtsbäumen jährlich sind nach Angaben der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) 80 Prozent Nordmanntannen. "Ich mache mir keine Illusionen, dass das Kochen mit Nadelbäumen abschmelzende Polkappen wieder zufrieren lässt oder Wasserschildkröten retten wird", schreibt Julia. "Doch schließlich ist unser Magen unser zweites Gehirn und Essen bringt uns häufig dazu, über Dinge nachzudenken, die wir eigentlich nicht auf dem Schirm haben." Das ist doch schon was und viele kleine Schritte summieren sich.

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Julia pökelt das Forellenfilet in einem Sud aus Tannen- und Fichtennadeln.

(Foto: ©Lizzie Mayson)

Nicht jeder Weihnachtsbaum eignet sich dazu, seine Nadeln zum Kochen, Backen, Frittieren, Fermentieren, Pökeln oder Räuchern herzugeben. Bio erhält hier eine neue Dimension. Denn Weihnachtsbäume werden üblicherweise gedüngt, gespritzt, von Hunden angepinkelt. Julia gibt in ihrem Buch auch Adressen an, bei denen man essbare Weihnachtsbäume kaufen kann, für Europa reichen die Angaben von Belgien bis Schweden. Nun interessiert uns ja vornehmlich die deutsche Internetadresse www.bvwe.de – und die ist allerdings so, wie Deutschland insgesamt "netzaffin" ist, nämlich zum Schreien schlecht. Da muss ich gleich wieder an meine am 18.9. online beim Bezirksamt Mitte beantragte und bezahlte neue Anwohnerparkvignette denken, die bis heute noch nicht eingetrudelt ist. Die alte lief übrigens am 31.10. ab. Ich hätte mein Fahrrad doch nicht verschenken sollen...

Zurück zum Baum: Hinter bvwe versteckt sich der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger. Aktuellste Weihnachtsbaumsaison auf der Seite: 2018. Man kann ja vieles auf Corona schieben, aber nicht alles. Von Bio ist auf der Seite eh' nix zu spüren. Landesverbände gibt es nur sehr wenige, der ganze Osten existiert überhaupt nicht. Falls Sie Ihre Baumnadeln knabbern wollen: Gehen Sie lieber zu Adressaten, die netzmäßig nicht mehr in der Steinzeit verharren. Auf robinwood.de habe ich eine gute Liste von Bio-Erzeugern aus vielen Bundesländern gefunden. Da werden Sie vermutlich fündig und können später Ihren Baum guten Gewissens "aufessen". Noch besser sind diejenigen dran, die einen Förster ihres Herzens haben. Regional ist ohnehin besser.

Aller Anfang ist schwer

Bevor Ihr Baum essbar wird, ist so einiges zu beachten. Julia erklärt genau, wie die Nadeln vorbereitet werden, und vor allem, welche Weihnachtsbaumnadeln auf den Teller dürfen und welche ungenießbar sind. Oder sehr giftig! Eiben zum Beispiel. Das ist ein bisschen wie Pilzesammeln: Knollenblätterpilze probiert man nur einmal... Die Weihnachtsbaumverzehrer sollten sich also auskennen.

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Eier passen nicht nur zu Ostern: Julia legt sie in einer Lake aus Weihnachtsbaumnadeln und Roter Bete ein.

(Foto: ©Lizzie Mayson)

Es war auch für die Fachfrauen Julia und Lauren offenbar nicht ganz einfach, aus immergrünen Nadelbäumen etwas Köstliches zu zaubern; sie mussten hart arbeiten, wie Julia schreibt. "Lauren und ich pürierten, hackten, zerstießen und frittierten. Wir brühten ein paar Piniennadeln auf und das Ergebnis schmeckte wie Pipi. Wir machten seltsame, nach Gras schmeckende Schottische Eier, nach denen uns so richtig übel wurde. Wir frittierten panierte Tannennadeln – mit desaströsen Konsequenzen. Aber irgendwann hatten wir es raus: Wir pökelten, räucherten, gossen auf, backten, machten ein und kamen so zu einer Handvoll köstlicher Rezepte mit Nüssen, Beeren und Nadeln." Alle Rezepte im Buch sind nicht nur köstlich, sondern auch in der eigenen Küche umsetzbar. Geschmack steht nämlich auch in diesem Kochbuch an erster Stelle und außerdem machte es keinen Sinn, schreibt Julia, "Rezepte zusammenzustellen, die an Astrophysik grenzten und von Hobbyköchen zu Hause mit dem eigenen, welkenden Baum kaum realisierbar sein würden".

2. Weihnachtsbuch: Wintergrün & Sternanis

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Für alle, die ihren Weihnachtsbaum nicht auffuttern wollen, denen aber ebenfalls weihnachtliche Nachhaltigkeit am Herzen liegt, hat Theresa Baumgärtner ein Buch über das Schmücken und Kochen in der Weihnachtszeit geschrieben. Die wunderschönen Fotos stammen ebenfalls von ihr. Theresa ist Kochbuchautorin, Kolumnistin, Moderatorin und Foodbloggerin auf theresaskueche.de. Sie kocht monatlich im ARD-Buffet und ist leidenschaftliche Köchin und Bäckerin für Familie und Freunde.

"Wintergrün & Sternanis" ist bei Brandstätter erschienen und enthält jede Menge zauberhafte Ideen fürs Basteln und natürlich himmlische und zugleich einfache Rezepte, 23 an der Zahl. Übrigens: Gans fehlt ganz. Es duftet dafür nach Maronensüppchen, Lachs aus dem Ofen, Gewürztee und Bratäpfeln, Zimtherzen und Käsegebäck. Dazu lädt Theresa wie schon in den Vorjahren in ihr "Hazelnut House" ein, das inmitten der weiten Landschaft Luxemburgs liegt. Für die Bestsellerautorin ist dieser besondere und naturnahe Ort eine stetige Inspirationsquelle.

Goldstaub aus der Natur

Zwischen den Köstlichkeiten unterhält uns Theresa mit Geschichten und Poesie und wie wir mit Papier, Schere und Zwirn basteln und werkeln können. Sie zeigt uns, wie Kränze aus Koniferengrün und getrockneten Blüten entstehen, zeigt Papiersterne, samtige Pilze, goldene Girlanden. Bastelillustrationen erleichtern das Nachmachen. "Goldstaub aus der Natur ins Haus tragen" nennt Theresa Baumgärtner die Dinge, die sie vor der Haustür entdeckt. Auch wir können diese Dinge finden, wenn wir mit offenen Augen durch die Natur streifen. Theresa beginnt schon im Spätsommer, Strohblumen zu schneiden und kopfüber zum Trocknen aufzuhängen. Später kommen dann Zweige und Moose, Misteln und Zapfen, Hagebutten und Weidenruten, Steine und Flechten, Rinde, Gräser, Federn, Kastanien, Eicheln, verlassene Vogelnester und noch vieles mehr dazu.

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Theresa lädt wieder in ihr "Hazelnut House" ein.

(Foto: ©Theresa Baumgärtner)

Theresas Rezepte bieten alles, was wir für eine entspannte Tafelrunde brauchen – ohne schlechtes Gewissen, denn Weihnachten ist schnell vorbei... und was kommt dann? Der Puderzucker ist verflogen, auf Bauch und Hüften gelandet; wir sind fetter als vor einer Woche noch. Wir müssen büßen für den Spaß, den wir hatten. Ich glaube, mit Theresas Rezepten lässt sich entspannt Weihnachten feiern und die "Buße danach" verhindern. Weihnachten 2021 soll auch in meiner Familie laut Plan "ganslos" über die Bühne gehen, es soll keiner ewig am Herd malochen, wir wollen Zeit füreinander haben. Das ist uns in diesen schwierigen Zeiten am wichtigsten. Traditionell gibt’s an Heiligabend Kartoffelsalat (nach dem Rezept meiner Mama) und Würstchen und am 1. Feiertag einen ausgiebigen Brunch. Danach werde ich heiser sein vom vielen Quatschen, aber ohne das übliche Weihnachtskilo auf den Hüften.

Eingelegte Eier mit Weihnachtsbaumnadeln und Roter Bete (How to Eat Your Chrismas Tree)

Eingelegte Eier sind unheimlich unterschätzt, unterverzehrt und unterrepräsentiert. Ich wünschte, die Menschheit würde sie häufiger genießen. Sie sind hervorragend für Kanapees, Picknicks und zum Angeben allgemein geeignet – vor allem, weil die Rote Bete den Eiern eine wunderschöne leuchtende Farbe verleiht.

Zutaten: Für 8 eingelegte Eier

1 Handvoll Fichten- oder Tannennadeln (bzw. 2 Handvoll, wenn Apfelessig verwendet wird)
8 Bio-Eier (Größe L)
600 ml Weihnachtsbaumessig (siehe S. 45) oder Apfelessig
75 g Meersalzflocken
100 g Demerarazucker
1 kleine Rote Bete, geschält und grob gehackt

großes Einmachglas (1,5 l Fassungsvermögen) mit Deckel

Zubereitung:
Dauer: 30 Minuten, plus 1–3 Tage Ziehzeit

Das Einmachglas sterilisieren und die Nadeln vorbereiten (siehe S. 15). Die Eier exakt 7 Minuten kochen und dann sofort in kaltes Wasser legen. Die abgekühlten Eier schälen.

Für die Lake Essig, Salz und Zucker in einem kleinen Topf zum Kochen bringen.

Rote Bete, Nadeln und Eier in das sterile Glas füllen und die heiße Lake darübergießen.

Das Glas fest mit dem Deckel verschließen. Sobald die Lake abgekühlt ist, in den Kühlschrank stellen und mindestens 24 Stunden ziehen lassen (bzw. 36 Stunden, wenn Apfelessig verwendet wurde). Ich empfehle, die Eier nicht länger als 3 Tage in der Lake zu lassen, sonst werden sie zäh. Wenn das Glas einmal geöffnet ist, sollten die Eier innerhalb von 2 Tagen verzehrt werden.

Lammzupfbraten mit Thymian & alkoholisierten Aprikosen (How to Eat Your Chrismas Tree)

Die Zusammenstellung ist ungewöhnlich, aber der Gin passt großartig zu den süßen Aprikosen. Die Zubereitung ist sehr einfach: Das Lammfleisch muss lediglich gut gewürzt werden und man muss den Braten etwa 8 Stunden schmoren lassen, bis sich das Fleisch vom Knochen löst. Achtet darauf, dass das Lamm aus nachhaltiger und artgerechter Haltung stammt. Eine vegane Alternative zu Lammfleisch ist Jackfrucht, die sich auch wunderbar auseinanderzupfen lässt.

Zutaten: Für 10 Personen als Hauptspeise

300 g getrocknete Aprikosen
1 Flasche Gin von hoher Qualität
1,5 kg Lammschulter oder Jackfrucht
2 Zwiebeln, geviertelt
3 Knoblauchzehen, halbiert
1 Bund Thymianzweige
Meersalz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle
150 g Butter
Olivenöl
Retsina-Kurbis (siehe nächste Seite) als Beilage

Zubereitung:
Dauer: 20 Minuten, plus Ziehzeit über Nacht, dann 7–8 Stunden Garzeit

Die Aprikosen in einer Schüssel mit 375 ml Gin bedecken und über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag den Ofen auf 180 °C vorheizen.

Das Lammfleisch auf ein Bratenblech legen. Zwiebelspalten, Knoblauch und die Hälfte der Thymianzweige rundherum verteilen. Gut mit Salz und Pfeffer würzen, dann 500 ml Wasser auf das Blech gießen und im vorgeheizten Ofen 4 Stunden schmoren.

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Gut vorzubereiten: Lammzupfbraten.

(Foto: ©Lizzie Mayson)

Die Butter, einen guten Schuss Gin und den restlichen Thymian zum Lamm geben. Die Temperatur auf 140 °C reduzieren. Den Lammbraten für weitere 3–4 Stunden schmoren und die Bratensäfte gelegentlich durchmischen. Etwa 20 Minuten, bevor das Lammfleisch fertig ist, die Aprikosen zufügen, damit sie warm werden, ohne anzubrennen.

Wenn das Fleisch so zart ist, dass es sich leicht zerzupfen lasst, einen guten Schuss Olivenöl und Gin zufügen. Dazu den Retsina-Kurbis servieren.

Pflaumen-Wacholder-Crumble (How to Eat Your Chrismas Tree)

Sowohl Pflaumen als auch Wacholder sind sehr vielseitige Zutaten und bilden ein exzellentes, entspanntes Paar. Kulturell haben beide als winterfeste, tapfere Symbole der Widerstandskraft die gleiche Bedeutung wie traditionelle Weihnachtsbäume. Den Crumble am besten heiß servieren, mit Eiscreme oder Vanillepudding.

Zutaten: Ausreichend für 10 Portionen

8 TL Wacholderbeeren
1 kg Pflaumen, Stein entfernt und Fruchtfleisch in Stücke gehackt
Saft von 1 Zitrone
200 g Zucker
70 g gemahlene Mandeln
70 g Walnusskerne, gehackt
100 g Mehl (Type 405)
150 g Butter, plus etwas mehr zum Fetten
1 TL gemahlene Muskatnuss
1 TL gemahlener Zimt
Schlagsahne zum Servieren


Mörser und Stößel
Auflaufform (a 30 cm x 18 cm)

Zubereitung:
Dauer: 45 Minuten

Den Ofen auf 180 °C vorheizen.

Die Wacholderbeeren im Mörser zerstoßen und in eine Rührschüssel füllen. Gehackte Pflaumen, Zitronensaft und 100 g Zucker zufügen. Umrühren und beiseitestellen, während die Streusel vorbereitet werden.

Hierfür die restlichen Zutaten mit dem übrigen Zucker in einer großen Schüssel mischen und zwischen den Fingerspitzen reiben, bis feine Streusel entstanden sind.

Eine 30 cm große Auflaufform ausfetten und die Pflaumenmischung auf dem Boden verteilen. Die Streusel darüberstreuen.

Im vorgeheizten Ofen 15 Minuten backen, bis die Streusel goldbraun sind und mit eiskalter geschlagener Sahne servieren.

Birnen-Zimt-Cocktail (Wintergrün & Sternanis)

Ein fruchtig-würziger Cocktail, der besonders gut in die weihnachtliche Zeit passt.

Zutaten:  Für 6 Gläser (á 120 ml ) :

Für den Zimtsirup:
100 g Zucker
100 ml Wasser
2 – 3 Stangen Ceylon-Zimt
Für den Cocktail:
100 ml Lillet (französischer, klassischer Weinaperitif)
100 ml Birnensaft
70 ml Zimtsirup (s. oben)
50 ml Zitronensaft, frisch gepresst
Eiswürfel
1 kleine Birne
100 ml Tonic Water
300 ml Crémant oder Prosecco

Zubereitung:
Für den Sirup den Zucker mit dem Wasser und den Zimtstangen in einen kleinen Kochtopf geben, aufkochen und in 30 Minuten bei milder Hitze auf ca. die Hälfte einkochen lassen. Anschließend den Sirup vollständig auskühlen lassen.

Für den Cocktail den Lillet, den Birnensaft, den Zimtsirup und den Zitronensaft vermischen. 2 – 3 Eiswürfel in jedes Glas geben und die Lillet-Mischung einfüllen.

Die Birne waschen und in dünne Scheiben schneiden. Die Scheiben einschneiden und je eine auf jeden Glasrand stecken. Mit Tonic Water und Crémant oder Prosecco auffüllen und sofort servieren.

Geräucherte Forelle auf feinen Linsen (Wintergrün & Sternanis)

Das Raucharoma in Kombination mit den Berglinsen ist einfach sensationell.

Zutaten: Für 6 Personen

200 g Berglinsen
450 ml Wasser
1 kleines Lorbeerblatt
1 Schalotte (ca. 50 g)
1 Stück Lauch (weißes Ende; ca. 50 g)
150 g Karotten
35 g Butter
250 ml Gemüsebrühe
Salz
Pfeffer aus der Mühle
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
2 EL roter Balsamico
1 TL Honig
Für die Sauce:
25 g Rohrohrzucker
250 ml Rotwein
1 EL roter Balsamico
1 EL Honig
1 Prise Salz

3 geräucherte Forellenfilets

Zubereitung:
Die Linsen in einem Sieb unter fließendem Wasser abspülen und abtropfen lassen.

Danach mit dem Wasser und dem Lorbeerblatt in einen Topf geben und bei milder Hitze 35 Minuten garen.

In der Zwischenzeit die Schalotte schälen und sehr fein würfeln. Den Lauch und die Karotten waschen und putzen, die Karotten ggf. schälen. Lauch und Karotten zuerst in dünne Streifen und danach in sehr kleine Würfel schneiden.

Die gegarten Linsen in ein Sieb abgießen, das Lorbeerblatt entfernen und die Linsen mit kaltem Wasser kurz abbrausen.

In einer großen Pfanne 25 g Butter erhitzen. Die Schalotten darin glasig dünsten. Das Gemüse und die Linsen dazugeben und anschließend mit der Brühe ablöschen.

Mit 1 kräftigen Prise Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel, 1 EL Balsamico und Honig verfeinern und 30 Minuten bei milder Hitze köcheln lassen.

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Schnell und einfach: Räucherfisch auf Linsen.

(Foto: ©Theresa Baumgärtner)

Danach noch einmal mit Salz und 1 EL Balsamico abschmecken, die restliche Butter unterziehen.

Während das Linsengemüse gart für die Sauce den Zucker und 1 EL Rotwein in einen kleinen Topf geben und karamellisieren lassen. Mit dem restlichen Rotwein und dem Balsamico ablöschen und ca. 15 Minuten reduzieren lassen. Mit dem Honig und dem Salz abschmecken.

Die Linsen auf kleine Teller geben, jeweils mit einem Stück Forelle belegen und mit der Sauce dekorativ beträufeln.

Winterpavlova (Wintergrün & Sternanis)

Meine Gartenfreundin Martha hat dieses köstliche Rezept von einer Englandreise mitgebracht.

Zutaten: Für 1 Torte (∅ 26 cm) :

Für den Baiserboden:
4 Eiweiß
2 TL Wasser
230 g Puderzucker
1 Päckchen Bourbon-Vanillezucker
1 TL Weißweinessig
3 TL Maisstärke
Für den Belag:
3 – 4 Orangen
100 g heller Rohrohrzucker
200 ml Orangensaft
1 kleine Ceylon-Zimtstange
1 Sternanis
2 Gewürznelken
400 ml Sahne
Zum Bestäuben:
etwas Puderzucker

Backpapier für das Backblech

Zubereitung:
Den Backofen auf 140 °C (Umluft) vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und einen Kreis von 26 cm ∅ darauf markieren.

Für den Baiserboden das Eiweiß mit dem Wasser in der Küchenmaschine oder mit den Quirlen des Handrührgeräts sehr steif schlagen. Die Zucker nach und nach hinzugeben und ca. 10 Minuten rühren. Zum Schluss den Essig und die Stärke unter die Creme rühren. Mit einem Spatel die Baisermasse auf dem markierten Kreis verteilen, dabei den Rand leicht erhöhen und dekorativ formen.

Die Pavlova ca. 65 Minuten im heißen Ofen backen, danach den Ofen ausschalten und die Pavlova 1 Stunde im Ofen trocknen lassen.

In der Zwischenzeit für den Belag die Schale der Orangen mit einem scharfen Messer entfernen und die Früchte anschließend in Scheiben schneiden.

Den Zucker in einem Topf karamellisieren und mit dem Saft ablöschen. Die Gewürze hinzugeben und den Topf vom Herd nehmen. Die Orangenscheiben in den Fond geben und ziehen lassen.

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Süße Versuchung: Winterpavlova.

(Foto: ©Theresa Baumgärtner)

Die Sahne steif schlagen und auf der Mitte der Pavlova "wolkig" verteilen. Mit den abgetropften Orangenscheiben dekorieren und mit dem Puderzucker bestäuben.

Tipp: Pavlova schmeckt auch mit Beerenfrüchten ganz ausgezeichnet.

Ein bisschen Zeit haben wir ja noch um zu überlegen, ob Weihnachten mal ganslos oder baumlos oder beides werden soll. Nur ohne alles sollte das Fest nicht stattfinden. Die Kreativen unter uns dürfen sich gerne mit Messer und Gabel über den Baum hermachen. Jetzt wünsche ich Ihnen erstmal eine schöne Adventszeit, Ihre Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de

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