Panorama

Gesundheitsminister tagen Bayern und Sachsen verlegen Corona-Patienten

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Kliniken in einigen Regionen Bayerns haben ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Es müssen Patienten in andere Bundesländer verlegt werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit Bayern und Sachsen werden die ersten Bundesländer Covid-19-Patienten in andere Bundesländer verlegen. Wann und wohin ist in beiden Fällen noch offen, die Zahl der Patienten scheint aber schon festzustehen. In einer Sonder-Konferenz am Donnerstag wollen die Gesundheitsminister dazu beraten.

Bund und Länder wollen über das Vorgehen bei Patientenverlegungen wegen der kritischen Corona-Lage in Deutschland beraten. Dazu ist am morgigen Donnerstag eine Sonder-Videokonferenz der Gesundheitsminister angesetzt, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr. Auch auf Drängen des geschäftsführenden Bundesministers Jens Spahn soll demnach unter anderem über den Stand bei Verlegungen und Kapazitäten nach dem sogenannten Kleeblatt-Konzept beraten werden. Vor allem in Bayern und Sachsen scheinen die Pläne wie viele Patienten demnächst verlegt werden sollen, schon sehr konkret zu sein.

Demnach hat Sachsen die Verlegung von 20 Corona-Intensivpatienten beantragt, wie das Gesundheitsministerium auf Nachfrage mitteilte. Aktuell werde geklärt, welche Erkrankten in Frage kämen, vorzugsweise aus dem Krankenhaus-Cluster Chemnitz, hieß es. Bayern will sogar 50 Corona-Intensivpatienten in andere Bundesländer verlegen. Etwa zehn davon könnten allein aus München kommen. Wann und wohin sei aber noch unklar. "Die Planungen laufen" sagte der Nürnberger Branddirektor Marc Gistrichovsky, der die Planungen im Rahmen des sogenannten Kleeblatt-Mechanismus koordiniert. Die "Zielgebiete" würden nach der Erfassung der geeigneten Patientinnen und Patienten ermittelt.

Aus Thüringen sollen in den kommenden Tagen ebenfalls zehn Patienten verlegt werden - voraussichtlich nach Schleswig-Holstein. Weitere Anfragen in Richtung Hamburg, Bremen und Niedersachsen seien gestellt worden, hieß es aus dem dortigen Gesundheitsministerium. Insgesamt haben fünf Bundesländer formal das sogenannte Kleeblatt-Verfahren aktiviert –neben Bayern, Sachsen und Thüringen sind das Brandenburg und Berlin.

In den betroffenen Kleeblättern sind die Intensivstationen in den vergangenen Wochen vollgelaufen. In Bayern, Berlin, Sachsen oder Sachsen-Anhalt ist aktuell weniger als jedes zehnte Intensivbett noch frei. In Bayern, Sachsen und Thüringen waren obendrein je rund ein Drittel der Betten mit Covid-19-Patienten belegt. Zwar seien in einigen Kreisen noch Intensivbetten frei hieß es aus Thüringen - diese müssten aber auch frei gehalten werden, um weiter Unfallpatienten versorgen zu können.

Überlastung der Intensivmedizin vermeiden

Das 2020 beschlossene Kleeblatt-Konzept sieht vor, dass zunächst innerhalb von fünf Regionen - West, Nord, Ost, Süd, Südwest - verlegt wird. Gibt es in einer dieser Regionen absehbar keine freien Plätze mehr, wird im Austausch mit dem Gemeinsamen Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) die Verlegung auch in andere Gebiete organisiert. Laut Kleeblatt-Konzept sollen ausschließlich Covid-19-Patienten verlegt werden. Die Verlegungen sollen verhindern, dass dringend behandlungsbedürftige Patienten wegen Überlastung der bayerischen Intensivmedizin nur noch unzureichend oder gar nicht mehr versorgt werden können.

Zu der Sondersitzung der Gesundheitsminister wurden auch das Bundesamt und die Bundesministerien für Inneres und Verteidigung eingeladen.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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