Panorama

Brandenburg zieht nach Berlin bläst ersehnte weitere Öffnungen ab

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Auch im Außenbereich von Gaststätten wird es in Berlin weiterhin keine Bewirtung geben.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Die Inzidenz in Berlin steigt auf 75, und der Senat rechnet damit, dass der 100er-Grenzwert bald erreicht ist. Die Öffnungsschritte für den 22. März werden deshalb gestrichen. Die Schüler der Klassen 7 bis 9 kehren vor Ostern nicht zurück. Auch Brandenburg tritt auf die Bremse.

Berlin plant vorerst keine weiteren Lockerungen der geltenden Regeln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. "Ich glaube, es wird für viele Menschen schwieriger zu akzeptieren, dass es ein Hin und Her gibt", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller. Der Senat habe daher entschieden, dass an den derzeit gültigen Regelungen festgehalten werde, "dass wir uns aber weitere Dinge derzeit nicht zutrauen können". Weder für die Gastronomie noch für den Einzelhandel sind damit weitere Öffnungen geplant. Auch Theater, Konzerthäuser, Opern oder die Außenbereiche von Gaststätten und Restaurants hätten von diesem Öffnungsschritt profitieren sollen.

Die für die Bewertung der Pandemie-Entwicklung wichtige Sieben-Tage-Inzidenz ist in Berlin laut Lagebericht der Gesundheitsverwaltung weiter gestiegen und hat den Wert von 75,1 erreicht. In der vergangenen Woche lag er noch unter 60. In Anschluss an die Sitzung hieß es, der Senat rechne damit, dass Berlin die 100er-Inzidenz "zum Ende der kommenden Woche" überspringe, berichtete der "Tagesspiegel".

Keine Rückkehr aller Schüler in Präsenzunterricht

Nach dem Beschluss der Bund-Länder-Konferenz vom 3. März wären für den 22. März bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 weitere Öffnungsschritte vorgesehen gewesen. "Meine Sorge ist, wir hätten das noch gar nicht richtig umgesetzt, wären dann möglicherweise bei einer Hunderterinzidenz und würden dann womöglich schon wieder Dinge zurücknehmen", sagte Müller. Ein solches "Hin und Her" wolle er vermeiden. An den aktuellen Maßnahmen werde deshalb festgehalten. Die bereits geltenden Lockerungen würden nicht zurückgenommen, weitere Lockerungen seien aber vorerst nicht geplant.

Zugleich beschloss der Senat, dass Schüler der Klassen 7 bis 9 vor den Osterferien nicht mehr in den Präsenzunterricht zurückkehren sollen. Müller begründete dies ebenso mit hohen Infektionszahlen aber auch begrenzten Test-Kapazitäten. Eigentlich war es das Ziel gewesen, dass alle Schüler vor Ostern zumindest für einzelne Tage wieder zur Schule gehen. Der SPD-Politiker erläuterte nun, dass weitere Schüler erst wieder an die Schulen zurückkehren sollten, wenn es ausreichend Corona-Tests für alle gebe. "Dass nach Ostern wir eine ganz andere Situation haben, davon gehen wir alle aus." Auch die Altersgrenze für Sport in Gruppen werde nicht auf Kinder bis maximal 14 Jahren heraufgesetzt, hieß es nach der Senatssitzung weiter. Der Berliner Senat kommt am Wochenende zu weiteren Beratungen zusammen.

Brandenburg zieht nach, Laschet bremst

Auch Brandenburg streicht den nächsten Lockerungsschritt: Die nach dem Beschluss der Bund-Länder-Konferenz frühestens ab dem 22. März möglichen Öffnungen der Außengastronomie und von weiteren Kultureinrichtungen werde es nicht geben, teilte die brandenburgische Staatskanzlei nach einer Kabinettssitzung am Nachmittag mit. Der Wechselunterricht zwischen Präsenz in den Schulen und zuhause werde bis zu den Osterferien fortgesetzt. Das Testangebot für Lehrkräfte und Schüler soll schrittweise auf zwei Tests pro Woche ausgeweitet werden.

"Die Entwicklung des Infektionsgeschehens in Brandenburg ermöglicht trotz der sinkenden Fallzahlen in den Krankenhäusern und der positiven Entwicklung der Infektionslage in der Altersgruppe über 65 Jahre derzeit keine weiteren Öffnungsschritte", sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Zudem gäben die steigenden Infektionszahlen in einigen Landkreisen Anlass zur Sorge. Daher will Woidke mit den Landräten und Oberbürgermeistern über erforderliche Maßnahmen beraten.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet dämpfte derweil Hoffnungen, dass nach der Aufhebung der Reisewarnung für Mallorca der Tourismus auch in Deutschland schon bald freie Fahrt bekommt. Über Öffnungsstrategien werde sich die Ministerpräsidenten-Konferenz erst wieder am 22. März unterhalten, sagte Laschet in Düsseldorf. Die Aufhebung der Reisewarnung nach Mallorca sei durch die dort niedrigen Inzidenzen begründet. "Aber ob für Deutschland der Tourismus am 22.3. bei steigenden Inzidenzen geöffnet wird, halte ich eher für fraglich."

Quelle: ntv.de, mau/AFP/dpa

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