Panorama

Freigelassener tötete erneut Frauenmörder bittet um Vergebung

Für den grausamen Mord einer Spaziergängerin sitzt Michael S. 28 Jahre im Gefängnis. Kurz nach seiner Entlassung mordet er erneut. Seine Verhaftung überträgt er live bei Facebook. Doch das ist nicht das einzig Bizarre an dem Fall, über den nun vor Gericht geurteilt wird - denn viele Fragen bleiben ungeklärt.

Gerade einmal drei Monate ist Michael S. auf freiem Fuß. Dann schlägt er wieder zu. Nach 28 Jahren im Gefängnis mordet er erneut. Diesmal ist das Opfer eine 72-jährige Rentnerin aus dem nordrhein-westfälischen Schwerte. Erst sticht er mit einem Messer auf die Frau ein, anschließend erwürgt er sie. Bevor er flüchtet, zündet er ihr Haus an, um die Tat zu vertuschen.

Für diesen Mord steht er nun vor Gericht. Bevor der Richter des Hagener Schwurgerichts sein Urteil verkündet, bittet S. um Vergebung. Zu den Vorwürfen schweigt er. Das Gericht verurteilt ihn zu 14 Jahren Haft wegen Totschlags mit anschließender Sicherheitsverwahrung, wie die dpa schreibt. So hatte es die Staatsanwaltschaft gefordert.

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Michael S. wird den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen.

(Foto: Facebook.com/michaels.)

Nach der Tat am 9. Januar 2019 dauert es nicht lange, bis die Polizei den 50-Jährigen des Mordes an der Seniorin verdächtigt. DNA-Spuren am Tatort überführen den Deutschen. Als das SEK seine Wohnung stürmt, streamt S. gerade ein Live-Video auf Facebook. Bei Kerzenlicht am Esstisch sitzend, ein paar Alkoholflaschen vor sich und rauchend, wird er vor laufender Kamera festgenommen. Er weint.

Spuren durch verbrannte Leiche unkenntlich

Wie konnte es dazu kommen? Denn eigentlich saß S. bereits wegen eines anderen Mordes hinter Gittern. 1990 ermordete der damals 21-Jährige eine Frau aus Aachen, die er zuvor versucht haben soll zu vergewaltigen. Angaben des Landgerichts Hagen zufolge würgte er die 59-Jährige Spaziergängerin und drückte sie in einem Bach unter Wasser, bis sie starb. Seine Strafe wurde aufgrund des Gutachters nach 28 Jahren auf Bewährung ausgesetzt. Ein psychiatrischer Gutachter bescheinigte Ende 2018, dass von S. keine Gefahr mehr ausgehe.Der heute 50-Jährige kam im vergangenen Jahr frei.

Nur drei Monate dauert es bis zu seiner erneuten Festnahme. Ob es sich bei der Tat am 9. Januar 2019 erneut um ein Sexualverbrechen handelt, ist unklar. Spuren konnten bei der mit Brandwunden übersäten Seniorin nicht mehr nachgewiesen werden. Sie wurde von der Polizei tot in ihrer Wohnung gefunden, nachdem ein Nachbar den Brandmelder gehört und die Einsatzkräfte alarmiert hatte.

Quelle: ntv.de, vmi