Panorama

Zwei Festnahmen bei Razzien SEK vermutet Goldmünzenräuber in Neukölln

In einer spektakulären Aktion erbeuten Unbekannte im Berliner Bode-Museum eine Münze aus 100 Kilogramm purem Gold. Nach monatelanger Suche stürmt die Polizei nun mehrere Wohnungen in Neukölln. In Kürze will sie Einzelheiten zu dem Fall mitteilen.

Nach dem aufsehenerregenden Diebstahl einer millionenschweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum hat die Polizei mindestens zwei Tatverdächtige festgenommen. Ob die Münze oder Teile davon bei einer stundenlangen Razzia beschlagnahmt werden konnte, blieb zunächst unklar. Im Fokus der Ermittler stand auch ein Juweliergeschäft. Um 14 Uhr will die Polizei auf einer Pressekonferenz Einzelheiten zu dem spektakulären Fall mitteilen.

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Bei Razzien in Berlin-Neukölln hat die Polizei zwei Männer festgenommen, die eine Goldmünze aus dem Bode-Museum geraubt haben sollen.

(Foto: picture alliance / Paul Zinken/d)

Um 6 Uhr war ein Spezialeinsatzkommando der Polizei ausgerückt. Bis zu 300 Beamte durchsuchten mehr als ein Dutzend Objekte - vor allem in Berlin. Schwerpunkt war der Bezirk Neukölln. Anliegen war es, Beweise zu sichern. In Brandenburg wurde eine Wohnung kontrolliert, wie Polizeisprecher Winfrid Wenzel sagte.

In Neukölln wurde auch ein Juwelierladen durchsucht. Der Juwelier sei im Fokus der Ermittlungen, sagte Wenzel. Es gebe Anhaltspunkte, dass der dort Verantwortliche bei Absatz und Verwertung der 100 Kilogramm schweren Beute eine strafrechtlich relevante Rolle gespielt haben könnte.

Festgenommene dringend tatverdächtig

Zu Spekulationen, dass die Tatverdächtigen zu arabischen Clans gehören sollen, äußerte sich die Polizei zunächst nicht. Die zwei bislang bestätigten Festnahmen gab es in Wohnungen in den Neuköllner Straßen Mittelweg und Thomasstraße, die nahe beieinander liegen. Es gebe deutliche Anhaltspunkte, dass beide Verdächtige mit zwei Personen auf den Videoaufnahmen aus Überwachungskameras identisch seien, so die Polizei.

Sie hatte vor einer Woche Bilder aus Überwachungskameras veröffentlicht, um den Tätern auf die Spur zu kommen. Das Video zeigte drei schwarz gekleidete Personen am S-Bahnhof Hackescher Markt, die ihre Gesichter unter Kapuzen, hinter Kragen und ihren Händen verbergen.

Spektakulärer Raub mit Schubkarre

Diebe hatten Ende März eine zwei Zentner schwere kanadische Goldmünze mit dem Bild von Königin Elizabeth II. aus dem Museum gestohlen. Allein das Material - reinstes Gold - ist geschätzt etwa 3,7 Millionen Euro wert. Wegen der Schwere der Münze ging die Polizei von mehreren Tätern aus.

Das gestohlene Goldstück namens "Big Maple Leaf", 2007 in nur fünf Exemplaren von der Königlichen Kanadischen Münze geprägt, war die Leihgabe eines Privatmanns an das Bode-Museum. Die Polizei ging damals davon aus, dass die Diebe die Münze einschmelzen und in kleineren Portionen zu Geld machen wollen.

Im Bode-Museum, das zum Weltkulturerbe Museumsinsel gehört, waren nach dem Diebstahl die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden. Die Täter waren am frühen Morgen über die direkt an dem Museum vorbeiführende S-Bahntrasse in das Gebäude eingestiegen. Eine Leiter und eine Schubkarre ließen sie in der Nähe stehen. "Wir freuen uns über die Fortschritte der Ermittlungen der Polizei", erklärte ein Sprecher der Staatlichen Museen Berlin am Mittwoch. Jetzt müsse aber der Ausgang abgewartet werden.

Quelle: ntv.de, cri/mbo/dpa/AFP