Panorama

Juni-Rekord könnte fallen Hitzewelle: Bis zu 38 Grad am Samstag

Eine Modellrechnung in der Fachzeitschrift

Eine Modellrechnung in der Fachzeitschrift "The Lancet" ermittelte für Deutschland im Jahr 2018 rund 20.200 Todesfälle im Zusammenhang mit Hitze.

(Foto: Frank Rumpenhorst/dpa)

Heute und morgen sollten wir zum Durchlüften nutzen, meint ntv-Meteorologe Björn Alexander. Denn ab Mittwoch kommt von Spanien und Portugal richtig heiße Luft zu uns. Drei Tage mit über 30 Grad sagt der Wetterexperte voraus. Dann bricht alles zusammen.

Die erste Hitzewelle des Jahres 2022 rollt an. Zwar wird es nicht alle gleichermaßen treffen, aber vor allem im Südwesten wird es an mehreren Tagen hintereinander sehr heiß. "Die 35-Grad-Marke wird am Wochenende vielerorts geknackt und auch einige neue Juni-Dekadenrekorde sind nicht auszuschließen", prognostiziert ntv-Meteorologe Björn Alexander und fügt hinzu: "Selbst der absolute Rekord von 38,3 Grad könnte übertroffen werden."

Ihren Ursprung hat die Hitzewelle in der Sahara. Von dort hat sich die warme Luft nach Norden bewegt. Und so liegt beziehungsweise steht die Hitze, die am kommenden Wochenende bei uns auftauchen soll, aktuell im Südwesten Europas. Dort, in Spanien und Portugal, steigen die Temperaturen bereits seit Tagen. Am morgigen Dienstag dürfte in beiden Ländern der erste Temperatur-Höhepunkt des Jahres erreicht werden. Eine brütende Hitze von bis zu 44 Grad sagen die Meteorologen in Spanien voraus. Langsam schrauben sich die Temperaturen auf der Iberischen Halbinsel ab Mitte der Woche bis zum Wochenende dann wieder herunter, während diese Hitzeglocke - in etwas abgeschwächter Form - zugleich über Frankreich direkt nach Deutschland transportiert wird. Auch in Italien und auf dem Balkan wird es in fünf bis sieben Tagen dann sehr heiß.

So jedenfalls sagen es die Wettercomputer voraus. "Es gibt aber immer noch ein paar Unsicherheiten in den Wettermodellen", sagt dazu Björn Alexander. Doch die Mehrheit der Modelle würde tatsächlich auf "hitzige" Temperaturen am Wochenende hindeuten, so der Wetterexperte. Fest steht bisher: Es wird zunehmend heiß in der zweiten Wochenhälfte und am Wochenende. Als großes Finale wäre dann noch eine Hitzewelle in Sicht. "Sollte das tatsächlich der Fall sein, so sind zum Höhepunkt am Samstag Spitzenwerte von bis zu 37 oder 38 Grad denkbar", so Björn Alexander. Das würde dann in etwa auch den Rekordwerten für das zweite Juni-Drittel entsprechen, die sich oft im Bereich von um die 34 bis 38 Grad bewegen. Björn Alexander: "Mehr geht also kaum." Und wenn der Hitzehöhepunkt am Samstag - so wie berechnet - erreicht wird, dann wäre es somit auch eine ausgewachsene Hitzewelle mit mindestens drei Tagen von 30 Grad und mehr.

Wie rekordverdächtig ist die Hitze?

Das Potenzial der Hitze ist auch in Deutschland sehr groß. Zwar werden bei uns derzeit keine 40 Grad berechnet, aber vielerorts kann es laut wetter.de über 35 Grad geben und somit neue Rekorde für die zweite Juni-Dekade (11. bis 20. Juni). Selbst der absolute Rekord von 38,3 Grad, gemessen in Herten am 18. Juni 2002, liegt in Reichweite.

ntv-Meteorologe Paul Heger gibt noch zu bedenken, dass damit zum zweiten Mal innerhalb von vier Wochen rekordverdächtige Hitze in Deutschland gemessen würde. Denn bereits Mitte Mai war es in Deutschland schon einmal hochsommerlich warm. Dabei wurde in Ohlsbach, nordöstlich von Freiburg im Breisgau, am 20. Mai mit 33,7 Grad die höchste Temperatur gemessen. In Ohlsbach wurden im Wonnemonat Mai 13 Sommertage (über 25 Grad) und sogar vier heiße Tage (über 30 Grad) gemeldet.

Bis zur Hitze dauert es allerdings noch ein wenig. "Das Ganze nimmt erst ab Dienstag, Mittwoch Fahrt auf", so Björn Alexander. Zuvor sorgt die Kaltfront von Tief "Nana" für frischere Temperaturen. "Die sollten wir zum Durchlüften nutzen, denn spätestens ab Mittwoch fällt dann die 30-Grad-Marke von Südwesten immer öfter", so Alexander. Wobei am Freitag im Südosten anfangs sogar noch ein paar Schauer dabei sein könnten, so der Meteorologe.

Am Wochenende extreme Hitze

Die Hitzeblase erreicht am Samstag flächendeckend ihren Höhepunkt. Allerdings nicht überall in Deutschland gleichermaßen. 30 bis 35 Grad überfluten den Westen, den Norden und den Osten. Extrem heiß mit Temperaturen über 35 Grad wird es in Rheinnähe. Etwas entspannter in Sachen Hitze scheint es rund um die Donau und im Erzgebirge zu werden.

Nach dem Sonntag deutet sich von Nordwesten schon wieder eine Abkühlung an. "Möglicherweise auch mit Unwettern", dämpft Experte Heger die allzu große Freude über den frühen Sommer. Die darauffolgende Woche startet - nach jetzigem Stand - jedenfalls nur noch mit 14 bis 23 Grad.

Quelle: ntv.de, tar

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