Panorama

Protest und Gewalt in US-Städten Leiche in Minneapolis nach Unruhen entdeckt

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Mehrere Autos stehen bei den Protesten in US-Städten in Flammen.

(Foto: imago images/UPI Photo)

In der US-Stadt Minneapolis reißen die gewaltsamen Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd nicht ab. Nahe eines brennenden Autos finden Polizisten bei einem Löscheinsatz nun eine Leiche. Politiker machen Extremisten von links und rechts für die Gewalt verantwortlich.

Nach den neuerlichen Protesten wegen des Todes des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis ist in der Nähe eines brennenden Wagens ein Toter entdeckt worden. Die Leiche weise deutliche Anzeichen von Verletzungen auf, sagte ein Polizeisprecher. Sie sei am Sonntagmorgen gegen 04.00 Uhr Ortszeit entdeckt worden, nachdem die Feuerwehr wegen des brennenden Fahrzeugs verständigt worden sei. Die Mordkommission habe die Ermittlungen übernommen.

Zur Identität des Toten machte die Polizei keine Angaben. Ob der Todesfall mit den Protesten in der US-Metropole im Bundesstaat Minnesota zusammenhängt, war ebenfalls zunächst unklar.

Die Ausschreitungen in US-Metropolen dauerten in der fünften Nacht in Folge nach dem Tod von Floyd an. In Minneapolis im Bundesstaat Minnesota hatten sich Demonstranten in der Nacht zum Sonntag erneut über eine Ausgangssperre hinweggesetzt. CNN berichtete, Sicherheitskräfte hätten Demonstranten unter anderem mit Tränengas zurückgedrängt. Auch in vielen anderen Städten kam es zu Unruhen und Plünderungen. Behörden in insgesamt 25 Städten in 16 US-Bundesstaaten hatten Ausgangssperren erlassen. Dennoch kam es vielerorts zu Protesten.

Video: Polizeiauto rammt Demonstranten

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In den sozialen Netzwerken tauchen immer mehr Videos von gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten auf. In New York hat ein Polizeiauto in eine Gruppe Demonstranten gerammt, wie mehrere Videos auf Twitter zeigen. Darin ist zu sehen, wie sich eine Gruppe Demonstranten sich mit einer Absperrung auf der Straße vor ein Polizeiauto stellen. Dieses fährt unvermittelt los und macht einen großen Satz nach vorne - und schiebt die Gruppe gut fünf Meter vor sich her. Einige Demonstranten stürzten. Ob es Verletzte gibt ist unklar.

Der 46-jährige Floyd war am vergangenen Montag nach einem brutalen Polizeieinsatz gestorben. Einer der vier beteiligten Polizisten wurde am Freitag des Mordes angeklagt und festgenommen. Der Beamte, der Floyd sein Knie minutenlang in den Nacken gedrückt hatte. Der Afroamerikaner hatte mehrfach um Hilfe gefleht, bevor er das Bewusstsein verlor, wie von Passanten aufgenommene Videos zeigten.

Trump macht linksradikale Szene verantwortlich

US-Präsident Donald Trump machte linksradikale Gruppen für die Ausschreitungen in amerikanischen Städten verantwortlich. "Die Gewalt und der Vandalismus werden von der Antifa und anderen gewaltsamen Gruppen des linken Flügels angeführt", sagte Trump am Samstagabend (Ortszeit) nach dem Start von US-Astronauten vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral. "Linksradikalen Kriminellen, Verbrechern und anderen in unserem Land und auf der Welt wird nicht erlaubt werden, unsere Gemeinden in Brand zu stecken."

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Trump warf gewaltsamen Demonstranten vor, das Gedenken an George Floyd zu entehren. "Was wir jetzt auf unseren Straßen sehen, hat nichts mit Gerechtigkeit oder mit Frieden zu tun", sagte Trump. "Meine Regierung wird Mob-Gewalt beenden." Trump sagte: "Ich stehe vor Ihnen als ein Freund und Verbündeter jedes Amerikaners, der nach Gerechtigkeit und Frieden strebt." Er sei aber strikt gegen jene, die diese "Tragödie" ausnutzen wollten, um zu plündern oder zu bedrohen. "Heilung statt Hass und Gerechtigkeit statt Chaos sind der Auftrag, den es zu erfüllen gilt."

Alleine in Los Angeles waren nach Angaben vom Samstag bei Protesten nach dem Tod Floyds mehr als 500 Menschen festgenommen worden. Auch in anderen Metropolen kam es zu Festnahmen. Nach Trump machte auch US-Justizminister William Barr linke Gruppierungen für die Ausschreitungen in vielen amerikanischen Städten verantwortlich. Die Gewalt nach dem Tod Floyds sei geplant und gehe auf das Konto von "anarchistischen Linksextremisten", sagte Barr am Samstag. Beweise legte auch er nicht vor. Der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, sagte dagegen, die Proteste in Minneapolis würden von rivalisierenden Drogengangs, weißen Rassisten und Anarchisten angeheizt.

Quelle: ntv.de, vmi/dpa