Panorama

Schadstoffe erreichen Stettin Oder weist stark erhöhten Salzgehalt auf

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Tausende Fische sind verendet - warum, ist noch nicht abschließend aufgeklärt.

(Foto: REUTERS)

Noch immer ist die Ursache für das massenhafte Fischsterben in der Oder nicht geklärt. Neben einer möglichen Kontamination des Wassers durch Schwermetalle könnte auch der atypisch hohe Salzgehalt eine Rolle spielen. Indes breiten sich die Schadstoffe weiter bis zum Oderhaff aus.

Die von einem massenhaften Fischsterben betroffene Oder weist nach Angaben von Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel "sehr stark erhöhte Salzfrachten" auf. Der Begriff Salzfrachten bezeichnet im Wasser gelöste Salze. Das sei "absolut atypisch", sagte der Grünen-Politiker am Freitagabend im RBB-Fernsehen. Vogels Ministerium erklärte, die gemessenen atypischen Salzfrachten könnten im Zusammenhang mit dem Fischsterben stehen.

"Nach jetzigen Erkenntnissen wird es jedoch nicht ein einziger Faktor sein, der das Fischsterben in der Oder verursacht hat", heißt es in einer Mitteilung. Es handele sich um erste weitere Ergebnisse des Landeslabors Berlin-Brandenburg zu den Tagesproben, die bis zum Freitag an der automatischen Messstation in Frankfurt (Oder) entnommen wurden, erläuterte das Ministerium. Die Ergebnisse seien "noch nicht voll aussagefähig und nicht abschließend".

Weitere Untersuchungsdaten "insbesondere zu Schwermetallen, Quecksilber (in weiteren Proben) und anderen Elementen" befänden sich noch zur Abklärung im Labor und sollen in der kommenden Woche verfügbar sein. "Die heutigen Daten weisen auf multikausale Zusammenhänge hin, zu denen auch die derzeit sehr niedrigen Abflussmengen und hohen Wassertemperaturen gehören."

Vogel: "Fluss transportiert tödliche Fracht"

Mit Blick auf möglicherweise erhöhte Quecksilberwerte sagte Vogel, das werde weiter überprüft. Es könne sich um eine lokale Erscheinung handeln. Auf die Frage, ob Grundwasser oder Trinkwasser kontaminiert sein könnten, antwortete Vogel: "Das wollen wir nicht hoffen." Es sei auf jeden Fall "eine tödliche Fracht", die in dem Fluss mittransportiert worden sei. Er würde aber nicht so weit gehen, die Grundwasservorkommen in Gefahr zu sehen.

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Schon am Freitagabend könnten die hochgiftigen Stoffe die Odermündung bei Stettin erreicht haben. Abhängig von Wind- und Strömungsverhältnissen könnten die Schadstoffe den mecklenburg-vorpommerschen Teil des Oderhaffs, das Kleine Haff, im Laufe des Samstags erreichen, wie es in einer am Freitagabend veröffentlichten Erklärung des Ministeriums für Umwelt von Mecklenburg-Vorpommern hieß. Das Ministerium rät darin, aufs Angeln und Fischen zu verzichten und kein Wasser aus dem Kleinen Haff zu entnehmen.

Das massenhafte Fischsterben in der Oder hat im Grenzgebiet zu Polen Alarmstimmung ausgelöst. Nach Berichten aus Polen gab es dort bereits gegen Ende Juli erste Hinweise auf eine Gewässerverschmutzung und tote Fische bei Olawa, etwa 25 Kilometer südwestlich von Breslau. Allerdings reagierten die Behörden dort erst in dieser Woche, als sich die Situation deutlich verschlimmerte und tonnenweise tote Fische auf polnischer Seite an der Oder entdeckt wurden.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP

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