Panorama

Mit Pflichttest ins Restaurant Palmer will Tübingen ab Montag öffnen

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Am Donnerstag haben OB Palmer ...

(Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto)

Von der Sieben-Tage-Inzidenz hängt ab, ob gelockert werden kann oder verschärft werden muss. Nach Weimar schert nun auch Tübingen aus dieser Strategie aus. Oberbürgermeister Palmer will Gastronomie, Hotellerie und Kultur stattdessen mit einem rigorosen Test-Regime öffnen.

Tübingen will mit einer massiven Ausweitung von verpflichtenden Schnelltests ab der kommenden Woche im gesamten Stadtgebiet Gastronomie, Hotellerie und Kultur öffnen. Zudem sollen alle Menschen, die den Einzelhandel in der Innenstadt nutzen wollen, einen Schnelltest vorweisen. Ausnahmen seien Buchhandlungen und Lebensmittelgeschäfte, kündigte Oberbürgermeister Boris Palmer an. Für das dreiwöchige Modellprojekt sei beim Land eine Genehmigung beantragt worden.

Palmer arbeitet bei dem Projekt mit der Notärztin Lisa Federle zusammen. Sie erwartet, dass die baden-württembergische Universitätsstadt eine Zusage erhält. Palmer zufolge gehen ab Montag fünf und ab Dienstag sechs Teststationen in Betrieb. Dort könnten 1000 Tests pro Stunde vorgenommen werden. Ein negatives Ergebnis werde durch ein Zertifikat - das sogenannte Tübinger Tagesticket - belegt.

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... und Notärztin Federle eine große Fuhre an Corona-Schnelltests entgegengenommen.

(Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto)

Grundsätzlich entscheidet derzeit die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche darüber, ob Maßnahmen gelockert oder verschärft werden müssen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder haben vergangene Woche beschlossen, dass ab einer Inzidenz von unter 100 in einem Land oder einer Region Einzelhandel oder Museen Termine zum Einkauf oder Besuch vergeben können. Steigt die Sieben-Tage-Inzidenz auf mehr als 100, müssen die Lockerungen zurückgenommen werden - eigentlich.

"Tübinger Modell" folgt "Weimarer Modell"

Tübingen ist die zweite Stadt, die aus der aktuellen Corona-Strategie ausschert. Am Donnerstag hatte Weimar angekündigt, sich nicht länger an Inzidenzwerten orientieren zu wollen. Stattdessen hat die thüringische Stadt zusammen mit Ärzten und Wirtschaft eine "Betten-Inzidenz" zur Verschärfung und Lockerung von Maßnahmen entwickelt.

Das sogenannte Weimarer Modell soll laut Oberbürgermeister Peter Kleine eine Normalisierung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens ermöglichen. Es muss vom Gesundheitsministerium noch abgesegnet werden. Mit Widerstand rechnet der parteilose Kleine allerdings nicht: "Ich gehe davon aus, dass wir eine einvernehmliche Lösung finden werden."

Das "Weimarer Modell" soll zunächst bis Ende April gelten, in diesem Zeitraum soll das Gesundheitsamt relevante Indikatoren auswerten. Die "Betten-Inzidenz" richtet sich nach der Belegung der Klinik der Stadt. Solange dort nicht 20 Patienten behandelt werden, sieht Kleine es als vertretbar an, die Öffnung von Einzelhandel und anderen Bereichen voranzutreiben.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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