Panorama

200 Personen wüten in Borna Polizei Sachsen fahndet nach Silvester-Randalierern

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Oberbürgermeister Urban denkt über Böllerverbotszonen in Borna nach.

(Foto: picture alliance / PaetzelPress)

Randalierende Jugendliche, beschädigte Gebäude, mit Feuerwerkskörpern angegriffene Einsatzkräfte - nein, es handelt sich hier nicht um Berlin, sondern um eine kleine Stadt in Sachsen. Angesichts der verheerenden Zerstörung zum Jahreswechsel in Borna sucht die Polizei jetzt nach Zeugen.

In der Silvesternacht kam es vielerorts in Deutschland zu heftigen Ausschreitungen. Betroffen waren dabei nicht nur Großstädte wie Berlin und Hamburg. Auch in der sächsischen Kleinstadt Borna bei Leipzig randalierten rund 200 Personen in der Silvesternacht. Das teilte die Stadt bereits vor einigen Tagen mit. Jetzt hat die Polizei Leipzig eigens dafür ein Hinweisportal geschaltet. Zeugen könnten dort Angaben zu möglichen Tatverdächtigen machen oder auch Videos des Geschehens hochladen, teilten die Beamten mit.

Schwere Schäden und auch Angriffe sind der Grund für die aufwendige Suche nach den Tätern. So wurden laut Polizei Fenster des Rathauses eingeschlagen und dessen Fassade beschädigt. Im gesamten Stadtgebiet gebe es zahlreiche zerstörte Verkehrsschilder. Die Attacken konzentrierten sich nach Angaben der Polizei auf den Marktplatz. Dort hätten sich etwa 200 Personen versammelt.

"Ein Teil der Anwesenden versuchte mittels Pyrotechnik den dortigen Weihnachtsbaum zu entzünden", schrieben die Beamten in einer Mitteilung. Eintreffende Einsatzkräfte seien aus der Menschenmenge mit Böllern und Raketen angegriffen worden. Dabei sei ein Einsatzfahrzeug beschädigt worden.

"Sieg Heil"-Rufe registriert

Der Bornaer Oberbürgermeister Oliver Urban veröffentliche bei Facebook ein Foto des Marktes, auf dem ein halb zerstörter Zeitungskiosk zu sehen ist. Urban regte in dem Beitrag Böllerverbotszonen in der Stadt an. "Wir lassen uns unsere gute Stube nicht zerstören", schreibt er. Einer Kommentatorin gehen Verbotszonen nicht weit genug. Sie fordert ein generelles Böllerverbot und zusätzliche Videoüberwachung. "So könnte man die hirnlosen Idioten ausmachen, die in der Silvesternacht nichts besseres zu tun hatten als mit 'Sieg....' und Knaller durch die Stadt zu marschieren", schreibt sie.

Es gebe tatsächlich Anhaltspunkte, dass derartige Parolen wie "Sieg Heil" an dem besagten Abend gerufen wurden, sagte ein Pressesprecher der Polizeidirektion Leipzig auf Anfrage von ntv.de. Der politische Hintergrund der Verdächtigen sei Gegenstand weiterer Ermittlungen.

Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruchs, sie spricht aber auch von "Sachbeschädigung und Personenverletzungen". Zwei Tatverdächtige seien noch in der Nacht festgenommen worden, beide sind junge Männer im Alter von 19 Jahren.

Quelle: ntv.de, hny

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