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Vor allem Jüngere infiziert RKI: "Herbst-Welle" setzt deutlich früher ein

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Der Anteil positiver unter allen durchgeführten Tests steigt diese Woche auf 8,4 Prozent.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Deutschland werden kaum noch Menschen geimpft. Das wäre angesichts der aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts aber dringend notwendig. Die Infektionszahlen steigen, die Zahl der Intensivpatienten nimmt ebenfalls zu. Aktuell sind eher junge Menschen infiziert. Doch das muss nicht so bleiben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz nimmt seit Anfang Juli deutlich zu und steigt damit wesentlich früher und schneller an als im vergangenen Jahr, als vergleichbare Inzidenzen erst im Oktober erreicht wurden. Auch der Anteil der positiv getesteten Proben unter den in den Laboren durchgeführten PCR-Tests steigt weiter an und lag in der 34. Kalenderwoche (KW) bei 8,4 Prozent. In der Vorwoche lag der Anteil noch bei 7,9 Prozent.

Eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 pro 100.000 Einwohner wird in der Altersgruppe der 5- bis 44-Jährigen beobachtet. In den Altersgruppen der Jugendlichen (10-19 Jahre) liegt die Sieben-Tage-Inzidenz sogar bei über 170 pro 100.000 Einwohner. Dies spiegelt sich auch in hohen Positivanteilen der Tests bei den 5- bis 34-Jährigen wider.

Die vierte Welle nimmt insbesondere durch Infektionen innerhalb der jungen erwachsenen Bevölkerung weiter an Fahrt auf und breitet sich zunehmend auch in höhere Altersgruppen aus. Dies zeigt sich auch in der weiter steigenden Zahl der Fälle, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. Die meisten Hospitalisierungen wurden in der Altersgruppe der 35- bis 59-Jährigen übermittelt, gefolgt von der Altersgruppe der 15- bis 34-Jährigen und der Altersgruppe der 60- bis 79-Jährigen. Der Anteil der Patienten mit Covid-19-Diagnose an hospitalisierten und intensivpflichtigen Fällen mit schweren Atemwegsinfektionen ist im Vergleich zur Vorwoche angestiegen. Die Zahl der hospitalisierten Patienten mit schweren Atemwegsinfektionen liegt in der Altersgruppe der 35- bis 59-Jährigen mittlerweile über dem Niveau der Vorjahre um diese Jahreszeit. Mit Datenstand vom 1. September werden wieder über 1000 Personen mit einer Covid-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt.

Der Anteil der Fälle mit einer bekannten wahrscheinlichen Ansteckung im Ausland ist im Vergleich zur Vorwoche leicht gesunken. Anders als bei anderen Ansteckungsländern nahmen Infektionen nach einem Aufenthalt im Kosovo in der 34. Meldewoche erneut zu.

In Deutschland, wie auch im europäischen Ausland, werden die meisten Infektionen durch die Delta-Variante (B.1.617.2) verursacht. Der Anteil anderer Sars-CoV-2 und weiterer besorgniserregender Varianten (VOC) liegt bei unter 1 Prozent.

Bis zum 31. August waren 65 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft und 61 Prozent vollständig geimpft. Damit ist der Anteil geimpfter Personen im Vergleich zur Vorwoche nur noch langsam gestiegen. Das Robert-Koch-Institut schätzt die Gefährdung für die Gesundheit der nicht oder nur einmal geimpften Bevölkerung in Deutschland insgesamt weiterhin als hoch ein. Für vollständig Geimpfte wird die Gefährdung als moderat eingeschätzt.

Quelle: ntv.de, als

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