Panorama

Steiler Anstieg wegen B.1.1.7 RKI: Zu Ostern höhere Inzidenz als an Weihnachten

Die Fallzahlen steigen, laut RKI vor allem wegen eines "sehr gleichmäßigen" Anstiegs bei der Mutation B.1.1.7. Das RKI berechnet in seinem neuen Lagebericht den Fortgang der Pandemie - und zeichnet ein düsteres Bild für die Tage um das Osterfest herum.

Das Robert-Koch-Institut rechnet zu Ostern mit einer deutschlandweiten Inzidenz, die weit über jener um Weihnachten 2020 liegt. Dies geht aus dem aktuellen Lagebericht zur Pandemie aus der Nacht hervor. Der Prognose zugrunde liegen Daten zur Verbreitung der Virusvariante B.1.1.7.

In dem Bericht heißt es, die wöchentliche Fallzahl mit der mit Großbritannien verbundenen Mutation wachse seit der zweiten Januarwoche "sehr gleichmäßig". Dem RKI zufolge verdopple sich der Wert in etwa alle zwölf Tage. Mit Blick auf die aktuelle Woche schreibt das RKI, dass die Sieben-Tage-Inzidenz von nun an "einen deutlich steileren Anstieg zeigen wird".

Das RKI zeigt in dem Bericht eine Grafik, die den weiteren Verlauf der Pandemie zeigt. Demnach würde die B.1.1.7-Variante die sonstigen Formen des Virus nahezu vollständig verdrängen. Die Sieben-Tage-Inzidenz dagegen steigt in einem hohen Tempo. Das RKI schreibt: "Die Expolation der Trends zeigt, dass mit Fallzahlen über dem Niveau von Weihnachten ab KW 14 zu rechnen ist." Die betreffende Kalenderwoche beginnt in diesem Jahr mit Ostermontag.

Drosten befürchtete 100.000 neue Fälle pro Tag

Abzulesen ist in der Grafik tatsächlich eine zu erwartende Inzidenz von deutlich über 200. Eine Woche später würde der Prognose des RKI zufolge die Inzidenz sogar bei etwa 350 liegen. Die bisher höchste Sieben-Tage-Inzidenz gab es in Deutschland wenige Tage vor Weihnachten. Damals lag sie knapp unter 200.

Die Prognose des Robert-Koch-Instituts ruft Erinnerungen an Aussagen von Kanzlerin Angela Merkel Ende September 2020 wach. Damals hatte die CDU-Politikerin vorgerechnet, dass Deutschland bei ungebremstem Pandemieverlauf zu Weihnachten über 19.000 Neuinfektionen pro Tag zu verzeichnen haben würde. Ihre Prognose wurde weit übertroffen.

Ende Januar machte eine Befürchtung des Charité-Virologen Christian Drosten Schlagzeilen. Damals sagte er, in Deutschland könnte es in der dritten Welle "im schlimmsten Fall" 100.000 neue Fälle pro Tag geben. Dies könne eintreten, wenn die Corona-Maßnahmen zu früh gelockert würden.

In den vergangenen Tagen zeigte sich bereits ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen im Vergleich zu den jeweiligen Vorwochenwerten. Heute meldete das RKI mit 12.674 neuen Fällen rund 3000 mehr Neuinfektionen als am vergangenen Samstag. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt demnach derzeit bei 76,1.

Quelle: ntv.de, jog

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