Panorama

Neues Allzeithoch RKI meldet mehr als 7000 Neuinfektionen

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Der Herbst zeigt einen deutlichen Anstieg der Neuinfektionen in Deutschland.

(Foto: dpa)

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus schnellt in Deutschland auf ein neues Allzeithoch. Das RKI erfasst in den vergangenen 24 Stunden 7334 neue Fälle. Allerdings gibt es Zweifel, ob diese Werte tatsächlich mit den Höchstständen aus dem Frühjahr vergleichbar sind.

In Deutschland ist erneut eine Rekordzahl bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom frühen Freitagmorgen wurden binnen eines Tages 7334 neue Ansteckungsfälle von den Gesundheitsämtern gemeldet. Dies waren nochmal knapp 700 Fälle mehr als am Tag davor.

Bereits die am Donnerstag vom RKI bekanntgegebene Zahl von 6638 Neuinfektionen war der höchste Wert in Deutschland seit Beginn der Pandemie gewesen. Die vorherigen Spitzenwerte waren im Frühjahr verzeichnet worden, lagen Ende März und Anfang April in den RKI-Meldedaten aber nur knapp über 6000. Bei diesen Zahlen handelt es sich um 'gemeldete Fälle', die zum Zeitpunkt veröffentlicht werden, an dem sie dem RKI bekannt werden.

*Datenschutz

In einem aufwändigen Verfahren versuchen die Fachleute dort, mit Hilfe des so genannten Nowcasting von den Fallmeldungen ausgehend den jeweiligen Erkrankungszeitpunkt zu ermitteln. Auf diese Weise versucht das RKI, ein genaueres Bild vom tatsächlichen Infektionsgeschehen zu zeichnen.

Einige Experten gehen von einer zum Teil hohen Dunkelziffer besonders für das Frühjahr aus. So betonte der Bonner Virologe Hendrik Streeck in der ARD, dass es laut Hochrechnungen in Deutschland im März und April bis zu 60.000 Infektionen pro Tag gegeben haben könnte, die aber nicht erfasst worden waren. Dies könne unter anderem daran liegen, dass die Testkapazitäten geringer gewesen seien.

So wurden Ende März, Anfang April zwischen 350.000 und 400.000 Tests pro Woche durchgeführt - zuletzt waren es rund 1,2 Millionen Tests pro Woche. Allerdings konnte eine Studie nur eine "schwache positive Korrelation" zwischen Testaufwand und Vermeidung von Untererfassung ausmachen.

Die Zahl der insgesamt seit Beginn der Pandemie in Deutschland registrierten Infektionsfälle stieg nach den Angaben des RKI vom Freitag auf 348.557. Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus im Zusammenhang stehenden Todesfälle wuchs auf 9734 - das waren 24 mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen lag laut RKI bei etwa 284.600.

Quelle: ntv.de, kst/AFP