Panorama

Corona-Ausbreitung beschleunigt SMS zeigt fahrlässiges Handeln in Ischgl

Auf Après-Ski-Partys im österreichischen Ischgl sollen sich viele Touristen mit dem Coronavirus angesteckt haben, der Ort gilt als Infektionsherd für Europa. Wirten in der Region wird vorgeworfen, erste Fälle nicht gemeldet zu haben. Ein SMS-Verlauf untermauert nun diesen Verdacht.

Ischgl gilt als Beschleuniger der Corona-Pandemie in Europa. Viele Urlauber haben das Coronavirus aus dem Tiroler Après-Ski-Ort in ihre Heimatländer getragen. Ein SMS-Chat legt den Verdacht nahe, dass einzelne Wirte in Ischgl bewusst Infektionen verschwiegen und die Behörden nicht informierten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

In dem veröffentlichten Chatverlauf appelliert Franz Hörl, Politiker der Regierungspartei ÖVP und Vertreter des Tiroler Wirtschaftsbundes, an den Betreiber einer Après-Ski-Bar, seinen Laden zu schließen: "Sperr deine Kitz Bar - oder willst du Schuld am Ende der Saison in Ischgl und eventuell Tirol sein?" Sollte eine Kamera den Betrieb sehen, stände man da "wie ein Hottentotten-Staat". Zugleich unterschätzt Hörl die Lage, ihm nach sei in 10 Tagen "viel Gras über die Sache gewachsen". Ein Irrtum, wie sich herausstellte.

Das Land Tirol und die Tourismusbranche vor Ort waren in den vergangenen Tagen scharf kritisiert worden, weil der Skitourismus mit seinen Après-Ski-Partys die internationale Ausbreitung des Coronavirus verstärkt haben könnte.

Vor allem Ischgl geriet diesbezüglich ins Visier. Dort war der Barkeeper einer beliebten Après-Ski-Bar am 7. März positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Dem Land Tirol wird vorgeworfen, den Skibetrieb nicht schnell genug gestoppt zu haben.

Als am 13. März über Ischgl und weitere Orte eine Quarantäne verhängt wurde, kam es zudem zu chaotischen Zuständen bei der fluchtartigen Abreise zahlreicher internationaler Gäste. Auch dafür hagelte es Kritik. Erst am 15. März fand die Skisaison dann ihr vorzeitiges Ende.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa