Panorama

Wie bei Astrazeneca STIKO empfiehlt J&J-Impfung wohl erst ab 60

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Laut der Europäischen Arzneimittelagentur sind Blutgerinnsel-Fälle nach einer Impfung nur äußerst selten aufgetaucht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson wird in Deutschland bislang in allen Altersgruppen verabreicht. Doch wie schon bei Astrazeneca will die STIKO offenbar nur eine eingeschränkte Empfehlung abgeben. Für Menschen unter 60 wäre dann eine ärztliche Beratung vonnöten.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) plant offenbar, den Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson nur für Menschen über 60 Jahre zu empfehlen. Das berichtet der "Spiegel". Eine offizielle Stellungnahme der STIKO wird am Montag erwartet. Weitere Details wollte ein Sprecher demnach nicht kommentieren.

An Jüngere soll das Vakzin wohl nur noch nach ärztlicher Absprache verabreicht werden. Eine derartige Empfehlung gibt es in Deutschland auch für das Präparat des Herstellers Astrazeneca. Bei beiden kam es vereinzelt zu Fällen von schweren Blutgerinnseln nach einer Impfung.

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) empfiehlt den Impfstoff von Johnson & Johnson derweil uneingeschränkt. Nach einer erneuten Prüfung wurde lediglich ein Warnhinweis formuliert, dass beim Einsatz des Impfstoffs in sehr seltenen Fällen Hirnvenenthrombosen auftreten können.

Die USA hatten die Impfungen mit Johnson & Johnson vorübergehend ausgesetzt, aber inzwischen wieder ohne Einschränkungen freigegeben. Die aufgetretenen Fälle seien "sehr selten" und der Nutzen des Impfstoffs sei nach wie vor deutlich größer als die Risiken, hieß es im April seitens der US-Arzneimittelbehörde FDA.

Der Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson muss im Gegensatz zu den anderen zugelassenen Vakzinen nur einmal verabreicht werden. Das Vakzin wird in Deutschland bereits in allen Altersgruppen verimpft. Laut "Spiegel" könnte die erwartete STIKO-Entscheidung Probleme nach sich ziehen, da die verbleibende Personengruppe, für die der Impfstoff dann empfohlen werde, überschaubar sein könnte.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa

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