Panorama
(Foto: imago stock&people)
Samstag, 13. Januar 2018

"Kein Platz": Schwedischer Zoo tötet neun junge Löwen

Sie heißen Simba, Nala, Sarabi, Rafiki, Kiara, Banzai, Kovu, Potter und Weasley. Doch das Leben der Löwen währt nur kurz. Sie alle werden eingeschläfert. Laut Zoodirektor gibt es dafür einen guten Grund.

In einem Zoo in Südschweden sind über mehrere Jahre hinweg immer wieder gesunde Löwenjunge getötet worden. Insgesamt seien neun Jungtiere eingeschläfert worden, berichtete der Fernsehsender SVT. Der Direktor des Borås Tierparks, Bo Kjellson, sagte dem Sender: "Man kann sie nicht alle behalten."

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Als die Aggression in der Gruppe zu groß geworden sei, habe man sie töten müssen. Mehrere Medien hatten darüber berichtet. Für eine Löwenherde sei es sehr wichtig, Junge zu bekommen, um natürliche soziale Verhaltensweisen auszubilden, erklärte der Zoo. Nach der Geburt habe man versucht, Platz in anderen Tierparks für sie zu finden.

Es habe aber keinen Zoo gegeben, der die eineinhalb Jahre alten Löwen habe aufnehmen können. Man könne Tiere in diesem Alter leicht für "Kinder" halten, sie seien aber bereits "junge Erwachsene", betonte der Zoo auf Facebook. In der Wildnis verließen sie die Familienherde, weil die älteren Tiere sie nicht mehr akzeptierten. Die Löwenjungen hatten bereits Namen bekommen, hießen Simba, Nala, Sarabi, Rafiki, Kiara, Banzai, Kovu, Potter und Weasley.

Dänische Zoos waren bereits in der Vergangenheit in den Schlagzeilen. So hatte der Zoo in Aalborg seine beiden Braunbären getötet, weil eine artgerechte Haltung im Gehege nicht möglich war, die Tiere sich den Angaben zufolge langweilten und zudem zu alt gewesen waren. Ende 2017 schlugen zwei Zoos in Dänemark den Besuchern vor, ihre Haustiere als Futter für Löwen, Tiger und Wölfe zu bringen und zu beobachten, wie diese gefressen werden.

2014 hatte der Zoo in Kopenhagen eine anderthalb Jahre alte gesunde Giraffe getötet und vor Kindern seziert. Dadurch soll die genetische Vielfalt in einem Zuchtprogramm erhalten werden. Ein Jahr später sezierte der Zoo in der dänischen Stadt Odense öffentlich den Kadaver einer jungen Löwin, die bereits neun Monate zuvor getötet worden war, um Inzest zu verhindern.

In Dänemark werden die Regeln für Aufenthalt und Zucht von Zootieren immer schärfer. Hintergrund: Die Tierparks sollen große Tiere durch kleinere, die angeblich weniger Auslauf brauchen, austauschen.

Quelle: n-tv.de