Panorama

Gewitter sorgen für Abkühlung Süden und Osten steuern auf 38 Grad zu

Hohe Temperaturen bringen viele Menschen am Samstag ins Schwitzen und treiben sie ins Freibad. Im Südwesten klettert das Thermometer auf mehr als 37 Grad. Der bisherige Höchstwert könnte nur einen Tag später in mehreren Regionen übertroffen werden.

Nach schweißtreibenden Temperaturen am Samstag könnte es diesen Sonntag in manchen Teilen Deutschlands noch heißer werden. In Jena und Cottbus ist der RTL-Wetterredaktion zufolge mit bis zu 38 Grad zu rechnen. Doch nicht nur die beiden Städte in Thüringen und Brandenburg könnten den bisherigen Temperaturrekord nochmals toppen: Auch in Baden-Württemberg und Bayern sowie Sachsen und Sachsen-Anhalt ist mit ähnlich hohen Temperaturen zu rechnen. Nahe dem brandenburgischen Treuenbrietzen wurde gar der Katastrophenfall ausgerufen, weil sich dort ein Waldbrand durch die akute Trockenheit und Hitze immer weiter zuspitzt.

Doch nicht überall und nicht ganztägig droht Hitzechaos. Im Norden beginnt der Tag vielerorts bereits dicht bewölkt und regnerisch. Nach einem heißen Start ziehen auch im Westen dichte Wolkenfelder auf, wodurch sich ein gewisser Grad an Schwüle zur Hitze gesellt. Damit gehen punktuell teilweise heftige Hitzegewitter einher, die sich den Nachmittag über entlang der Mittelgebirge nach Osten ausbreiten, erklärt ntv-Wetterexperte Björn Alexander. Im Süden von Deutschland bleibt es allerdings sonnig, das Gewitterrisiko beschränkt sich auf das Bergland.

Am Samstag hatte das hochsommerliche Wetter viele Menschen an Seen und in Freibäder getrieben. Die höchsten Temperaturen wurden nach Angaben des Deutschen Wetterdienste (DWD) mit 37,1 Grad an den Messstationen Waghäusel-Kirrlach am Oberrhein (Baden-Württemberg) und in Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) gemessen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach appellierte, auf besonders gefährdete Menschen zu achten. "Bitte achten Sie darauf, dass gerade ältere Menschen heute genug trinken", schrieb er auf Twitter. "Sie empfinden oft weniger Durst als für ihren Körper gut wäre. Hitze und wenig Flüssigkeit können für Ältere tödliche Folgen haben. Heute sind wir gefragt, auch auf Ältere und behinderte Menschen zu achten."

Bundeswehr löscht in Treuenbrietzen

Wegen der starken Hitze und der andauernden Trockenheit herrscht in einigen Teilen Deutschlands hohe Waldbrandgefahr. Im brandenburgischen Treuenbrietzen zwischen Potsdam und Lutherstadt Wittenberg spitzte sich die Lage in der vergangenen Nacht weiter zu: Der Landrat des Landkreises Potsdam-Mittelmark rief den Katastrophenfall aus. Wegen der zunehmenden Rauchentwicklung müssten möglicherweise die Einwohnerinnen und Einwohner Tiefenbrunnens - einem Teil der Stadt Treuenbrietzen - aus Vorsichtsgründen vorübergehend evakuiert werden, teilt der Landkreis mit.

Die Bundeswehr beteiligt sich mit einem Transporthubschrauber an der Bekämpfung des Waldbrandes. Man habe in acht Durchläufen etwa 40.000 Liter Wasser abgeworfen, teilt die Luftwaffe auf Twitter mit. Der Landkreis habe einen Amtshilfeantrag zur Unterstützung bei der Brandbekämpfung gestellt. "Wir fliegen auch heute Nacht weiter, dann mit Nachtsichtgeräten. Voller Einsatz!".

Für Treuenbrietzen ist es der zweite schwere Waldbrand binnen vier Jahren. Erst 2018 waren rund 400 Hektar Wald zerstört worden. Mehrere Tage lang wüteten Flammen in dem Waldstück südwestlich von Berlin. Aufgrund des Großbrandes mussten damals mehr als 500 Menschen die Dörfer Frohnsdorf, Klausdorf und Tiefenbrunnen verlassen.

Mehr als 44 Grad in Spanien

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Nicht nur Deutschland kämpft an diesem Wochenende mit extremen Temperaturen. In Spanien herrscht die schlimmste Juni-Hitzewelle seit 1950 mit Temperaturen von örtlich mehr als 44 Grad. Der Rekord dieser Hitzeperiode wurde am vergangenen Freitag im andalusischen Andújar mit 44,2 bis 44,3 Grad registriert. In Frankreich wurden Spitzentemperaturen von bis zu 43 Grad erwartet.

Anders in Griechenland: Hier müssen die Menschen vielerorts weiter den Regenschirm dabei haben, im Norden und Westen sollte es auch am Wochenende regnen und zum Teil gewittern.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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