Panorama

Nach Unwettern im Westen Technik als Achillesferse bei der Rettung

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Rettungskräfte der DLRG sind im Einsatz in Aachen.

(Foto: dpa)

Nach Umweltkatastrophen kommt es vor allem auf die Kommunikation zwischen Menschen in Not und Rettern an. Nach den jüngsten Unwettern ist das gar nicht so einfach. Ausgefallene Telefonleitungen und instabile Stromnetze erschweren vielerorts die Rettungsmaßnahmen.

Flucht auf ein Hausdach und dann den Notruf wählen? So einfach ist das nicht. Nach den schweren Unwettern vor allem im Westen Deutschlands gibt es derzeit vielerorts technische Probleme, welche die Rettungsmaßnahmen und deren Koordination erschweren. Betroffen sind aber auch Menschen, deren Häuser vom Hochwasser unberührt blieben - und selbst Politiker in Berlin, wie der folgende Überblick zeigt:

  • In Rheinland-Pfalz sind Menschen auf Hausdächer oder Bäume geflüchtet. Sie zu erreichen, sei schwierig, berichtete Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Das Mobilfunknetz sei zum Teil ausgefallen. Polizeihubschrauber sind unterwegs, um die Menschen zu retten.
  • Die Polizeiinspektionen in Bad Neuenahr-Ahrweiler und Adenau sind ebenfalls nicht erreichbar. "Die Telefonleitungen dorthin sind allesamt gestört", teilte das Polizeipräsidium Koblenz mit. Für dringende Anrufe, etwa zu Vermissten, solle die Rufnummer 0800 65 65 65 1 gewählt werden.
  • Kommunikationsprobleme gibt es auch im nordrhein-westfälischen Kreis Euskirchen, der allein acht Tote vermeldete. "Es finden Menschenrettungen statt", hieß es. Teilweise bestehe kein Zugang zu den Orten. Im Kreisgebiet sei die Kommunikation weitgehend ausgefallen. Auch der Feuerwehr-Notruf 112 und die Kreisverwaltung seien nicht zu erreichen. Wegen der Verbindungsprobleme könne der Kreis derzeit nur unregelmäßig informieren.
  • Die Überschwemmungen haben zudem zu großflächigen Stromausfällen geführt. Wie eine Sprecherin des Netzbetreibers Westnetz sagte, seien in Rheinland-Pfalz besonders die Kreise Ahrweiler, Vulkaneifel, Mayen-Koblenz, Bitburg-Prüm und Trier-Saarburg betroffen. Dort ständen zahlreiche Ortsnetzstationen unter Wasser und hätten abgeschaltet werden müssen.
  • In der Ortsgemeinde Kordel in Trier-Saarburg fiel nicht nur der Strom aus, sondern auch die Trinkwasserpumpe. Dadurch seien 22.000 Menschen ohne Wasserversorgung, wie die Technische Einsatzleitung des Brand- und Katastrophenschutzes mitteilte. Ein Ersatzaggregat sollte auf den Weg gebracht werden.
  • Auch in der Region Aachen in Nordrhein-Westfalen ist wegen des Hochwassers in mehreren Ortschaften der Strom ausgefallen. "Zum aktuellen Zeitpunkt können wir noch nicht sagen, wann die Versorgung wieder hergestellt werden kann", teilte die Regionetz GmbH, der Netzbetreiber der Stadt Aachen, mit. In Eschweiler bei Aachen fiel zudem die Trinkwasserversorgung aus.
  • In Eschweiler zeigte sich dann noch ein weiteres Problem: In einem Krankenhaus mit rund 400 Patienten fiel sowohl die Strom- als auch die Trinkwasserversorgung aus. Die Klinik sollte im Laufe des Tages geräumt werden. In Leverkusen musste nach einem Kurzschluss ebenfalls ein Krankenhaus komplett evakuiert werden. Betroffen seien 468 Menschen, teilte das Klinikum Leverkusen mit. Alle Operationen, Termine und Eingriffe seien abgesagt.
  • Das Hochwasser in Nordrhein-Westfalen hat sogar zu Beeinträchtigungen bei der Bundes-CDU in Berlin geführt. Ein CDU-Sprecher erklärte, dass die Server der Partei in Rheinbach stünden. Nur noch zeitweise könne per Mail kommuniziert werden.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa

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