Panorama

An enge Kontaktpersonen USA verteilen Impfstoff gegen Affenpocken

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Der normale Pockenimpfstoff immunisiert mit hoher Wahrscheinlichkeit auch gegen Affenpocken.

(Foto: imago images/Reiner Zensen)

Bislang ist nur ein Fall von Affenpocken in den USA bestätigt, dabei dürfte es aber nicht bleiben. Um die Ausbreitung des Virus zu bremsen, bereitet die Gesundheitsbehörde die Ausgabe von Impfstoffen vor. Massenimpfungen sind derzeit aber nicht geplant.

Die USA bereiten sich darauf vor, enge Kontaktpersonen von Infizierten gegen Affenpocken zu impfen. "Im Moment hoffen wir, den Impfstoff so weit wie möglich an diejenigen zu verteilen, von denen wir wissen, dass sie davon profitieren würden", erklärte Jennifer McQuiston von der Gesundheitsbehörde CDC. Das seien neben Kontaktpersonen auch Mitarbeiter des Gesundheitswesens sowie "diejenigen, die ein hohes Risiko für eine schwere Erkrankung haben". Laut CDC sind derzeit mehr als 1000 Dosen des Mittels Jynneos auf Lager. Diese Zahl dürfe sich in den kommenden Wochen deutlich erhöhen

Laut dem CDC-Epidemiologen John Brooks sind vor allem Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist oder die an bestimmten Hautkrankheiten wie Ekzemen leiden, einem größeren Risiko ausgesetzt. Nach bisherigen Erkenntnissen stecken sich offensichtlich vor allem Männer an, die Sex mit Männern haben. Das CDC betonte jedoch, dass sich das Risiko einer Infektion nicht nur auf Schwule erstreckt. Die USA verfügen laut CDC derzeit über rund tausend Impfstoffdosen gegen Pocken und Affenpocken. McQuiston kündigte jedoch "sehr schnelle" weitere Lieferungen an.

In den USA gibt es bisher eine bestätigte Infektion sowie vier Verdachtsfälle. In Europa sind bereits Dutzende Ansteckungen bekannt, auch in Deutschland gibt es einige bestätigte Fälle. Neben den USA stockt beispielsweise auch Großbritannien die Impfvorräte auf.

Gegen die Affenpocken gibt es keine spezifische Behandlung. Allerdings wirkt die normale Pockenimpfung zu 85 Prozent vorbeugend. Inwieweit eine Pockenimpfung für Kontaktpersonen und Risikogruppen empfohlen werden soll, wird nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums in Berlin derzeit noch international auf der Fachebene abgeklärt.

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Zu den Symptomen von Affenpocken gehören Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und ein Ausschlag, der oft im Gesicht beginnt und dann auf andere Körperteile übergreift. Die meisten Menschen erholen sich innerhalb weniger Wochen wieder. Nach aktuellem Forschungsstand ist für eine Übertragung ein enger Körperkontakt erforderlich, etwa durch den Austausch von Körperflüssigkeiten. Eine Tröpfcheninfektion durch Niesen oder Sprechen ist demnach unwahrscheinlich. Das Risiko für die breite Bevölkerung durch die Affenpocken ist laut Gesundheitsbehörden extrem niedrig.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betonte, sie sehe derzeit keine Notwendigkeit von Massenimpfungen. Maßnahmen wie Hygiene und präventives Sexualverhalten würden helfen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sagte Richard Pebody, Leiter des Teams für Krankheitserreger bei der WHO Europa, der Nachrichtenagentur Reuters. Die wichtigsten Maßnahmen zur Bekämpfung des Ausbruchs seien die Rückverfolgung von Kontakten und die Isolierung von Infizierten. Die Impfstoffbestände seien relativ begrenzt.

Quelle: ntv.de, ino/AFP/rts

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