Panorama

Anhaltend hohes Fallaufkommen Zahl der Corona-Toten steigt über 70.000

231890100.jpg

Wer die Ausbreitung des Coronavirus stoppen will, muss Abstand halten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Eindämmung der Ansteckungswelle droht zu scheitern, die Zahl der Neuinfektionen schwächt sich am Wochenende kaum ab. Die Ansteckungsrate bewegt sich nach oben: Der vom RKI ermittelte Sieben-Tage-R-Wert liegt über der kritischen Marke.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 7890 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 157 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus jüngsten Zahlen des RKI hervor. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.17 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 7676 Neuinfektionen und 145 neue Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 63,8 und damit so hoch wie am Vortag (63,8).

Die Zahl der neuen Ansteckungen in Deutschland war im Januar und Februar über Wochen deutlich zurückgegangen. Zuletzt stagnierte sie allerdings, was auch an der Verbreitung ansteckenderer Varianten liegen könnte. Am kommenden Mittwoch steht mit dem nächsten Bund-Länder-Treffen ein Überprüfungstermin an, bei dem die Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem Hintergrund der aktuellen Infektionslage auch über etwaige Lockerungsschritte entscheiden wollen.

R-Wert über der kritischen Marke

Fortschritte bei der Eindämmung der seit Herbst laufenden Ansteckungswelle sind eindeutig zu erkennen. Seit vergangener Woche ist die rückläufige Entwicklung jedoch weitgehend zum Stillstand gekommen. Vor vier Wochen, am 31. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 90,2 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen wurde am 14. Januar verzeichnet. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden - er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 2.442.336 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da ein schwer abschätzbarer Teil der Infektionen nicht erkannt wird. Die Zahl der Genesenen gab das RKI zuletzt mit etwa 2.248.400 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 70.045.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 1,11 (Vortag 1,08). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 111 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Liegen die Ansteckungsraten über der kritischen Marke, geht das RKI von einer Verschärfung der Lage aus.

Hinweis: Die Zahlen des RKI weichen in der Regel leicht von jenen Falldaten ab, die ntv.de täglich am Abend meldet. Das ntv.de-Datenteam greift direkt auf die Meldezahlen aus den Bundesländern zu, wie sie von den Ministerien und Behörden vor Ort veröffentlicht werden. Das RKI hingegen ist an die gesetzlich vorgeschriebenen Meldewege gebunden, was zu einem zeitlichen Verzug führen kann.

Zudem bilden die jeweiligen Tageswerte unterschiedliche Erfassungszeiträume ab: Die ntv-Auswertung sammelt die jeweils bis zum Abend veröffentlichten Länderangaben und errechnet daraus einen täglichen Stand der gemeldeten Fallzahlen, der in der Regel ab 20 Uhr veröffentlicht wird. Das Erfassungssystem des RKI dagegen berücksichtigt eingehende Meldungen bis Mitternacht, wobei der aktuelle Datenstand dann am nachfolgenden Morgen bekannt gegeben wird.

Quelle: ntv.de, chr/mmo/dpa