Politik

Hohn für Nachbar Armenien Alijew eröffnet makabres Kriegsmuseum

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Im Rahmen der Eröffnung des neuen Museums küsst der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew die Fahne seines Landes.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Ein halbes Jahr nach dem Ende der Kampfhandlungen um Berg-Karabach eröffnet der aserbaidschanische Präsident Alijew ein Museum, das sich mit der Geschichte des Konflikts auseinandersetzen soll. Darin geht es jedoch scheinbar vor allem darum, die Opfer der armenischen Seite zu verhöhnen.

Der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew hat sechs Monate nach dem Kriegsende ein Museum eröffnet, um an seinen erfolgreichen Feldzug gegen Armenien um die Region Berg-Karabach zu erinnern. Allerdings zeigt das Museum offenbar keinerlei aserbaidschanische Erfolge und liefert auch keine Informationen zur Geschichte der Auseinandersetzung mit dem ungeliebten Nachbarn Armenien, sondern soll lediglich dazu dienen, den Gegner zu verspotten.

Ein Foto des US-amerikanischen Journalisten Neil Hauer zeigt, wie Alijew in voller Militäruniform über eine Allee aus den Helmen toter armenischer Soldaten läuft. Die makabre Installation soll eines der Herzstücke der neuen Ausstellung darstellen. Weitere Fotos im Twitter-Account des Journalisten zeigen Wachsmodelle armenischer Soldaten in toter oder sterbender Pose. Andere Bilder zeigen erbeutete Uniformen, Fahrzeuge und sonstige Ausrüstung.

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Der Konflikt, in dem Aserbaidschan große Teile des Gebiets zurückerobern konnte, die das Land in einem ähnlichen Krieg vor knapp 30 Jahren an Armenien abtreten musste, dauerte vom 27. September bis 9. November 2020. In dem rund sechswöchigen Konflikt verloren etwa 6000 Menschen ihr Leben.

Während die Auseinandersetzung in Aserbaidschan als Erfolg gewertet wird, lösten die Verluste in Armenien eine tiefe innenpolitische Krise aus, da ein Großteil der Bürger den Regierungschef des Landes, Nikol Paschinjan, für die Niederlage verantwortlich macht. Erst vergangene Woche hatte seine Regierung den Kriegszustand wieder aufgehoben, nachdem er sich mit der Opposition auf Neuwahlen am 20. Juni verständigt hatte.

Quelle: ntv.de, wim

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