Politik

"Wir werden euch jagen" Biden droht nach Anschlag in Kabul mit Vergeltung

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US-Präsident Joe Biden: Evakuierungen aus Afghanistan werden fortgesetzt.

(Foto: REUTERS)

Nach dem blutigen Anschlag in Kabul, dem 13 US-Soldaten zum Opfer fallen, gibt US-Präsident Biden sich kämpferisch. Das US-Militär werde gegen die verantwortliche Terrormiliz Islamischer Staat vorgehen, kündigt er an. Die Evakuierung aus Afghanistan werde fortgesetzt.

US-Präsident Joe Biden hat nach dem tödlichen Anschlag in der Nähe des Flughafens von Kabul den dafür verantwortlichen Terroristen mit Vergeltung gedroht. "Wir werden euch jagen und euch dafür bezahlen lassen", sagte Biden im Weißen Haus. Das US-Militär werde Einsätze gegen die für den Anschlag verantwortliche Terrormiliz Islamischer Staat (IS) durchführen, kündigte er an. Die USA würden auch ohne große Militäreinsätze Möglichkeiten finden, diese zur Rechenschaft zu ziehen. "Wo auch immer sie sind", betonte Biden.

Bei den Sprengstoffanschlägen in Kabul sind zahlreiche Menschen verletzt und getötet worden - darunter nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums auch 12 amerikanische Soldaten. Später erhöhte sich die Zahl auf 13, wie das US-Militär mitteilte. Es sind die ersten Soldaten seit Februar vergangenen Jahres, die in Afghanistan gewaltsam ums Leben kommen. Dutzende Menschen wurden nach Angaben der militant-islamistischen Taliban verletzt. Der in Afghanistan aktive Ableger des IS reklamierte den Anschlag für sich.

Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums haben sich mindestens zwei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Eine Reihe von Kämpfern der Terrormiliz IS habe anschließend das Feuer auf Zivilisten und Soldaten eröffnet, sagte US-General Kenneth McKenzie, der das US-Zentralkommando Centcom führt. Die USA hätten Informationen dazu, wo sich die Drahtzieher der Anschläge aufhielten. Das US-Militär rechnet auch weiter mit Anschlägen. "Wir glauben, es ist ihr Wunsch, diese Angriffe fortzusetzen und wir rechnen damit, dass sich diese Angriffe fortsetzen werden", sagte McKenzie.

Biden will Evakuierungen fortsetzen

Trotz des Anschlags betonte Biden, die Evakuierungen aus Afghanistan fortsetzen zu wollen. Er versicherte, die Terroristen könnten die USA nicht dazu bringen, ihre "Mission" zu stoppen. "Wir werden sie finden und wir werden sie da rausholen." Seiner Ansicht nach ist es im Interesse der Taliban, auch nach dem Abzug der amerikanischen Truppen weiter bei der Evakuierung von US-Bürgern und früheren afghanischen Ortskräften zu helfen. Die Taliban seien "keine guten Kerle", aber sie hätten ein vitales Interesse daran, mit der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten, so Biden. Die Taliban wollten den Flughafen in Kabul weiter offenhalten, könnten dies aber nicht ohne Hilfe von außen leisten, sagte er. Zudem hätten sie ein Interesse daran, die Wirtschaft nicht abstürzen zu lassen.

Biden sagte, es werde auch nach dem US-Truppenabzug am kommenden Dienstag noch Möglichkeiten geben, US-Bürger sowie frühere örtliche Mitarbeiter der US-Streitkräfte und andere Afghanen in Sicherheit zu bringen. "Entweder durch Mittel, die wir bereitstellen oder und durch Mittel, die durch die Zusammenarbeit mit den Taliban bereitgestellt werden", sagte Biden. "Sie sind keine guten Kerle, die Taliban. Das meine ich überhaupt nicht. Aber sie haben ein klares Interesse." Die US-Regierung geht davon aus, dass noch etwa 1000 US-Amerikaner in Afghanistan sind.

Der US-Präsident verteidigte zudem erneut den US-Truppenabzug aus Afghanistan. "Es war an der Zeit, einen 20-jährigen Krieg zu beenden", sagte Biden. Auf die Frage eines Journalisten, ob er hinter seiner Entscheidung stehe, sagte Biden: "Ja, das tue ich." Weiter sagte Biden: "Ich war nie der Meinung, dass wir amerikanische Leben opfern sollten, um eine demokratische Regierung in Afghanistan zu etablieren." Der US-Präsident hatte bereits Anfang der Woche nach einer Videoschalte mit den Staats- und Regierungschefs der G7-Länder erklärt, dass er an dem Plan festhalte, die amerikanischen Truppen bis zum 31. August aus Kabul abzuziehen.

Quelle: ntv.de, kst/dpa

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