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Terror-Airline aus Teheran? Deutschland sperrt Mahan Air aus

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Landung in Deutschland ab sofort verboten: Ein Airbus A340-300 der Mahan Air beim Start in Düsseldorf.

REUTERS

Ungewöhnliche Anordnung im deutschen Flugverkehr: Die Bundesregierung verwehrt Maschinen einer iranischen Fluggesellschaft den Anflug nach Deutschland. Flugzeuge der Mahan Air dürften ab sofort nicht mehr auf deutschen Flughäfen landen.

Deutschland hat der iranischen Fluggesellschaft Mahan Air mit sofortiger Wirkung den Flugbetrieb im deutschen Luftraum untersagt. Das Unternehmen müsse sämtliche Verbindungen von und nach Deutschland ab sofort ruhen lassen, erklärte eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums. "Nach Auffassung der Bundesregierung ist das zur Wahrung der außen- und sicherheitspolitischen Interessen der Bundesrepublik Deutschland unverzüglich erforderlich", ergänzte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.

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Mahan Air steht unter Beobachtung: Regelmäßige Flüge von Teheran führen Jets der Fluggesellschaft unter anderem nach Syrien, Europa und - wie hier im Bild - in den Jemen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das Luftfahrtbundesamt entzog der Airline die Landerechte in Deutschland. Mahan flog zuletzt im Linienverkehr ab Teheran unter anderem auch die beiden deutschen Flughäfen Düsseldorf und München an. Ob Maschinen der Airline aufgrund des Verbots in Deutschland vorerst stillgelegt werden müssen, blieb zunächst unklar.

Die iranische Fluggesellschaft steht unter Verdacht, in den Transport von Kämpfern und Waffen nach Syrien verwickelt zu sein. Auf Weisung aus Teheran sollen die iranischen Revolutionsgarden Verbindungen der Mahan Air auch dazu eingesetzt haben, Mordanschläge auf iranische Oppositionelle in Europa vorzubereiten und auszuführen. Deutschland habe "gravierende Anhaltspunkte" dafür, dass iranische Geheimdienste in europäischen Staaten agierten, hieß es aus Berlin.

Bei den Revolutionsgarden handelt es sich um eine Elitetruppe innerhalb der iranischen Streitkräfte, die als besonders loyal und regimetreu gilt. Konkret sollen Attentäter mit Maschinen der Fluggesellschaft nach Deutschland eingereist sein. Teheran wird seit längerem verdächtigt, hinter Mordanschlägen in Europa zu stehen. Bereits 2017 war bekannt geworden, dass Agenten des Mullah-Regimes den früheren SPD-Bundestagsabgeordneten und langjährigen Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Reinhard Robbe, aushorchten. Nach Feststellungen der Justiz ging es auch hier um ein mögliches Attentat.

Mahan Air stehe bereits seit 2011 auf einer US-Sanktionsliste. Bei dem aktuellen Verbot handelt es sich jedoch ausdrücklich nicht um generelle Iran-Sanktionen, wie es aus Berliner Regierungskreisen hieß. Vielmehr sieht die Bundesregierung darin einen konkreten Schritt gegen ein einzelnes Unternehmen. Der Entzug der Landeerlaubnis gehe über bestehende EU-Sanktionen gegen die iranische Wirtschaft hinaus.

Sprecher der Bundesregierung betonten, dass Deutschland nach wie vor ein Interesse an der Erhaltung des Atomabkommens mit dem Iran habe. Gleichzeitig habe Deutschland aber auch immer gesagt, dass destabilisierende Aktivitäten Irans in der Region genauso wie das ballistische Raketenprogramm Irans nicht akzeptabel seien.

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP/DJ/rts

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