Politik

Klima, Soziales, Frauenrechte Diese Alternativen zum Wahl-O-Mat gibt es

Angebote wie der Wahl-O-Mat sind für viele Menschen eine wichtige Entscheidungshilfe, wie hier bei der Europawahl 2019.

Angebote wie der Wahl-O-Mat sind für viele Menschen eine wichtige Entscheidungshilfe, wie hier bei der Europawahl 2019.

(Foto: picture alliance)

Wenige Wochen vor der Bundestagswahl sind viele Menschen noch immer unschlüssig, welcher Partei sie am 26. September ihre Stimme geben wollen. Der Wahl-O-Mat will sie bei ihrer Entscheidung unterstützen. Aber es gibt auch andere Projekte, die sich das vorgenommen haben.

Den Wahl-O-Mat gibt es schon seit fast 20 Jahren. Er ist ein Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und wurde seit der Einführung 2002 nach bpb-Angaben bereits über 82 Millionen Mal genutzt, zu Bundestags-, aber auch Landtags- und Europawahlen. Dass der Wahl-O-Mat (ab heute zugänglich auf ntv.de) zunehmend mehr Menschen erreicht, dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Wahlprogramme immer länger werden. Die Programme zur diesjährigen Bundestagswahl sind durchschnittlich 43.541 Wörter lang, wie eine Untersuchung der Universität Hohenheim zeigt. Der Wahl-O-Mat will diese Informationsflut kompakt in etwa 30 Fragen zusammenfassen und so inhaltliche Übereinstimmungen sichtbar machen. Wer sich aber bei seiner Wahlentscheidung nicht auf ein einziges Programm verlassen möchte, dem stehen eine Reihe ähnlicher Angebote zur Verfügung. Das sind die interessantesten Projekte:

Wahltraut

Wahltraut ist "die Wahlberaterin für die Bundestagswahl 2021", so die Köpfe hinter dem neuen Entscheidungstool. Anders als der Wahl-O-Mat legt Wahltraut einen klaren inhaltlichen Schwerpunkt: Gleichstellung. Wem also eine Regierung wichtig ist, die Wert auf Antirassismus, Feminismus oder LGBTQIA+-Rechte legt, kann die Parteien hier in 32 Fragen einem Check unterziehen. Hinter dem Projekt steckt die Initiative "#stattblumen", die sich gegen die Benachteiligung von Frauen einsetzt. Zur Seite steht den Initiatorinnen ein unabhängiges Expertengremium, dem auch Organisationen wie beispielsweise UN Women Deutschland angehören.

Sozial-O-Mat

Ähnlich wie Wahltraut hat auch der Sozial-O-Mat eine klare inhaltliche Ausrichtung, denn hier wird die Sozialpolitik der zur Wahl stehenden Parteien unter die Lupe genommen. Jeweils fünf Thesen zu den Schwerpunkten Arbeit, Gesundheit, Familie und Migration werden abgefragt und mit den Wahlprogrammen der Parteien verglichen. Angeboten wird der Sozial-O-Mat von der Diakonie Deutschland, die laut eigenen Angaben zeigen will, "welche Auswirkungen die politischen Entscheidungen auf das Leben von einzelnen Menschen haben können".

Klimawahlcheck

Ein weiteres monothematisches Programm ist der Klimawahlcheck. Denn wie die Parteien die Klimakrise bewältigen wollen, ist eines der bestimmenden Themen in diesem Wahlkampf. Der Klimawahlcheck stellt Userinnen und Usern 28 Fragen zu den Themen Energie, Mobilität, Industrie, Gebäude, Klimagerechtigkeit sowie Landwirtschaft und Artenvielfalt. Initiiert haben das Projekt die Klima-Allianz Deutschland, GermanZero und der Naturschutzbund (Nabu). Zum Vergleich stehen allerdings nur die großen Parteien: Union, SPD, Grüne, Linke und FDP. Kleinere Parteien kommen nicht vor.

WahlSwiper

Das Prinzip von WahlSwiper funktioniert wie die bekannte Dating-App Tinder. Die App präsentiert unterschiedliche Thesen - bei Zustimmung wischt man nach rechts, wenn man dagegen ist nach links. Da die Welt bekanntlich komplex ist und man nicht alle Fragen klar mit "ja" oder "nein" beantworten kann, gibt es zusätzlich die Möglichkeit, Fragen zu überspringen. Außerdem gibt es den WahlSwiper auch auf Englisch, Türkisch, Russisch, Arabisch, Persisch und Kurdisch. Hinter der App steht der Verein "Vote-Swiper", der die kostenlose App durch Spenden finanziert.

Wahl-Kompass

Die Universität Münster bietet ebenfalls eine Entscheidungshilfe zur Bundestagswahl an. Ein Vorteil des Wahl-Kompass: statt eindeutiger ja/nein-Antworten gibt es bei den Antwortmöglichkeiten verschiedene Abstufungen. So kann man angeben, ob man einer Aussage vollkommen zustimmt, zustimmt, neutral gegenüber steht, nicht zustimmt oder überhaupt nicht zustimmt. Am Ende der 30 Thesen errechnet das Tool, zu wie viel Prozent die eigene Meinung mit den Positionen der einzelnen Parteien übereinstimmt.

DeinWal

Das Programm DeinWal funktioniert etwas anders als die anderen vorgestellten Programme. Denn anstatt die Daten aus den Wahlprogrammen oder Befragungen der Parteien zu beziehen, schaut sich DeinWal an, wie die Parteien zu bestimmten Themen im Parlament abgestimmt haben. "Hier sagen die Parteien nicht, wie sie zu einem Thema abstimmen würden - hier zählt, wie sie zu einem Thema tatsächlich abgestimmt haben", beschreiben die Macher das Projekt. Deswegen sind auch lediglich die Parteien im Vergleich vertreten, die im Parlament vertreten sind. DeinWal ist ein ehrenamtliches Projekt.

Agrar-O-Mat

Interessant für Landwirtinnen und Landwirte: Der Agrar-O-Mat. Das Tool ist ein Angebot der Plattform agrarheute und vergleicht anhand von 24 Fragen die Agrarpolitik der verschiedenen Parteien.

Steuer-O-Mat

Wer konkret wissen möchte, wie sich die Steuerpolitik der unterschiedlichen Parteien auf das eigene Einkommen auswirken würde, dem wird vom Steuer-O-Mat geholfen. Das unter anderem vom Institut der deutschen Wirtschaft entwickelte Programm untersucht die steuerpolitischen Versprechen der Parteien. In einem Ranking ist dann zu sehen, wo die größte Steuerersparnis anfallen würde.

Quelle: ntv.de

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