Politik

Freigabe von Astrazeneca-Vakzin Drei Länderchefs wollen Impfreihenfolge lockern

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Leere Astrazeneca-Phiolen? Davon brauchen wir mehr.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca stößt in Deutschland bislang auf Akzeptanzprobleme. Drei Ministerpräsidenten wollen Hunderttausende Dosen, die deshalb ungenutzt herumliegen, nun an den Mann und die Frau bringen: Sie setzen sich für eine generelle Freigabe ein.

Aus den Bundesländern mehren sich Forderungen nach einer Lockerung der Impfreihenfolge, um die Verschwendung von liegen gebliebenem Corona-Impfstoff zu vermeiden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder schlug vor, Hunderttausende ungenutzte Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs aus den Depots der Bundesländer zur Impfung für alle freizugeben. "Bevor er liegen bleibt: impfen, wer will", sagte Söder der "Bild am Sonntag". Es dürfe keine Dose übrig bleiben oder weggeschmissen werden, erklärte. "Denn jeder Geimpfte schützt sich und andere."

Deutschland müsse beim Impfen Tempo machen: "Jeder Tag zählt", sagt Söder weiter. Es könne nicht sein, dass einerseits zu wenig Impfstoff vorhanden sei, aber andererseits Astrazeneca-Vakzin "in hohen Zahlen nicht verimpft wird". Der bayerische Regierungschef strebt daher eine bundesweite Regelung an, für das Astrazeneca-Vakzin die Impfreihenfolge zu lockern. Zudem solle der Impfstoff auch durch Hausärzte verimpft werden können.

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca stößt in Deutschland bislang auf Akzeptanzprobleme. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt das Mittel bisher nur für Menschen unter 65 Jahren, hat aber angekündigt, ihre Empfehlung rasch zu ändern.

"Müssen strenges Regiment auflockern"

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Unterstützung erhält der bayerische Ministerpräsident Söder von seinem Nachbarn im Südwesten. Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sprach sich dafür aus, den Zugang zu Impfstoff für alle Bevölkerungsgruppen zu öffnen, solange einige Vakzine auf Vorbehalte stoßen. "Die Priorisierung ist unbedingt wichtig - zumindest so lange der Impfstoff noch Mangelware ist. Zugleich können wir es uns nicht leisten, dass Impfstoff herumsteht und nicht verimpft wird, weil Teile der Berechtigten ihn ablehnen", sagte Kretschmann der "Welt am Sonntag". "Dann müssen wir dieses strenge Regiment auflockern und Menschen impfen, die nach der Priorisierung noch nicht an der Reihe wären."

In der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" äußerte sich der sächsische Landeschef Michael Kretschmer ähnlich. "Die Priorisierung ist ein Mittel der Mangelverwaltung" und solle für dieses Vakzin "zügig aufgehoben werden", sagte er über den Impfstoff von Astrazeneca.

Quelle: ntv.de, chr/AFP/rts

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