Politik

Einigkeit in der GroKo Ende der Gratis-Corona-Tests rückt näher

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Die Tests werden weiter angeboten, sind aber nicht mehr kostenlos.

(Foto: picture alliance / SVEN SIMON)

Kostenloser Corona-Test und danach ins Restaurant oder Kino. Das dürfte spätestens im Herbst langsam ein Auslaufmodell werden. Medienberichten zufolge ist sich die Bundesregierung bereits einig. Wenn alle ein Impfangebot hatten, müssen Ungeimpfte die Tests selbst zahlen.

In der Bundesregierung werden die Pläne konkreter, die kostenlosen Corona-Bürgertests zu streichen. Grundsätzlich habe sich die Große Koalition darauf geeinigt, sie abzuschaffen, sobald es eine Impfmöglichkeit für alle gegeben habe. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise. Als Zeitpunkt werde Ende September/ Anfang Oktober angepeilt.

Der Zeitung zufolge drängen besonders Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und SPD-Finanzminister Olaf Scholz auf eine schnelle Streichung. Scholz sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe dazu: "Ich finde, wir sollten weiterhin auch ermöglichen, dass man mit einem aktuellen Test ins Kino oder in die Kneipe kommt", sagte er. Allerdings sollten Corona-Tests kostenpflichtig werden, wenn alle sich hätten impfen lassen können. Wegen des Impf-Fortschritts gebe es ab Herbst keinen Anspruch mehr, sich die fürs Privatvergnügen nötigen Tests "von der Allgemeinheit" bezahlen zu lassen.

Am Freitag hatte bereits Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther den Bund aufgefordert, Corona-Tests so schnell wie möglich kostenpflichtig zu machen. "Die Bundesregierung sollte schon in der kommenden Woche ein konkretes Datum für die Umstellung auf die Kostenpflichtigkeit der Corona-Tests festlegen", sagte der CDU-Politiker der "Welt". Dieses Datum könnte der 20. September sein. "Bis dahin hätte jeder bisher Ungeimpfte noch die Chance, sich vollständig impfen zu lassen."

Für manche bleibt es gratis

Allerdings soll es auch dann noch Ausnahmen geben. "Ausnahmen müssen natürlich für die gelten, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können sowie für Kinder und Jugendliche", sagte Scholz. Auch Günther sprach sich für Ausnahmen für diejenigen aus, die sich aus medizinischen Gründen oder aufgrund ihres Alters nicht impfen lassen können. "Für diese Menschen - zum Beispiel Schwangere und Kinder - sollten die Tests kostenlos bleiben."

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Günther betonte, er erwarte angesichts der steigenden Infektionszahlen im Herbst verstärkte Testverpflichtungen für Ungeimpfte. "Auch insofern dürfte es also Sinn machen, sich bis dahin noch impfen zu lassen."

Die Kosten für einen Antigen-Schnelltest durch geschultes Personal betragen nach Angaben der Landesregierung in Kiel derzeit, abhängig vom Anbieter, 20 bis 30 Euro. Diesen Preis müssten ungeimpfte Menschen dann bei jedem Test selbst zahlen. Der "Bild"-Zeitung zufolge wurden nach Angaben des Bundesamtes für Soziale Sicherung von April bis Ende Juli in Deutschland kostenlose Corona-Tests für 3,4 Milliarden Euro abgerechnet.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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