Politik

Thüringens Ex-Ministerpräsident Gericht schließt Kemmerich aus Stadtrat aus

132392580.jpg

Kann sich jetzt voll und ganz auf seine Arbeit als Landtagsabgeordneter konzentrieren: Thomas Kemmerich.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach dem Eklat um seine Wahl zum Thüringer Ministerpräsidenten räumt Thomas Kemmerich den nächsten Posten. Ein Gericht erkennt seinen Sitz im Erfurter Stadtrat ab. Denn dem FDP-Mann fehlt eine grundlegende Voraussetzung: Er wohnt dort gar nicht.

Der frühere Thüringer Kurzzeit-Ministerpräsident Thomas Kemmerich verliert wegen einer Gerichtsentscheidung sein Mandat für den Erfurter Stadtrat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die zuständige Kammer des Verwaltungsgerichts Weimar habe sich nicht davon überzeugen können, dass Kemmerich "seinen Aufenthaltsschwerpunkt" zum Zeitpunkt der Wahl in Erfurt gehabt habe, sagte die Präsidentin des Verwaltungsgerichts, Elke Heßelmann, in Weimar. Damit gelte der Wohnort der Familie als Hauptwohnsitz Kemmerichs - das ist seit 2009 Weimar. Als Stadtrat in einer Stadt kann aber nur kandidieren, wer dort seinen Hauptwohnsitz hat.

Kläger war ein Erfurter, der die gesamte Stadtratswahl 2019 für ungültig erklären lassen wollte und dafür mehrere Argumente anführte - unter anderem Kemmerichs Wohnort. Das Verwaltungsgericht wies die Klage in weiten Teilen ab, entschied aber, dass der FDP-Politiker sein Stadtratsmandat niederlegen muss.

Bei der mündlichen Verhandlung zu der Klage hatte der Kläger Kemmerich vorgeworfen, wegen der Wohnrechtsfrage zu Unrecht für den Stadtrat kandidiert zu haben. Außerdem warf er Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein vor, unmittelbar vor der Wahl seine Neutralitätspflicht als Amtsinhaber verletzt zu haben, um für seine Partei zu werben.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa