Politik

Nur noch 25 Prozent wollen Krieg Immer weniger Russen unterstützen Ukraine-Invasion

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Zu Beginn des Krieges taucht das Symbol Z als Unterstützung des Kriegs überall in Russland auf. Mittlerweile stimmen nicht mehr viele der Invasion zu.

(Foto: picture alliance / Globallookpress.com)

Acht Monate nach Kriegsbeginn schwindet die Zustimmung der Russen für den Angriff auf die Ukraine. Laut einer Umfrage wünschen sich immer mehr Russen Friedensverhandlungen mit der Ukraine. Ein Grund für den Sinneswandel könnte die Mobilmachung gewesen sein, heißt es in einem Bericht.

Vor dem Hintergrund ständiger Niederlagen an der Front und der Teilmobilmachung haben russische Behörden einen Rückgang der öffentlichen Unterstützung für den Krieg festgestellt. Laut dem Internet-Portal Meduza befürworten in einer vom Kreml in Auftrag gegebenen Meinungsumfrage nur noch 25 Prozent der Russen eine Fortsetzung des Krieges. 55 Prozent hingegen sprachen sich für Friedensverhandlungen mit der Ukraine aus. Damit hätten sich laut dem Bericht die Befürworter des Friedens in sechs Monaten fast verdoppelt.

Die Umfragewerte decken sich weitgehend mit den Ergebnissen einer Oktober-Umfrage des Lewada-Zentrums, dem einzigen großen unabhängigen soziologischen Zentrum in Russland. Laut diesem Bericht waren 57 Prozent der Befragten "für" oder "eher für" Friedensgespräche und nur 27 Prozent "für" und "eher für" die Fortsetzung der Feindseligkeiten mit der Ukraine. Im Juli 2022 zeichneten die Umfragewerte ein anderes Bild: Laut Meduza sprachen sich damals nur 30 Prozent der Russen für Frieden mit der Ukraine aus.

Laut zwei der Präsidialverwaltung nahestehenden Meduza-Quellen planen die russischen Behörden aus diesem Grund, die Umfragen zum Krieg zu begrenzen. "Alles ist jetzt möglich. Es ist besser, es nicht zu tun", betonte demnach die kremlnahe Quelle. Einer der politischen Technologen, die mit der Präsidialverwaltung zusammenarbeiten, sagte auch, dass es jetzt besser sei, der Haltung der Russen zum Krieg "keine Dynamik zu verleihen".

Der Direktor des Lewada-Zentrums, Denis Volkov, weist in einem Gespräch mit Meduza darauf hin, dass die hohe Zahl der Befürworter für Verhandlungen mit der Ukraine nach der Ankündigung der Mobilmachung am 21. September zu wachsen begann. Grund sei die mangelnde Bereitschaft, sich persönlich an den Feindseligkeiten zu beteiligen. Die Unterstützung der Kämpfe sei nach wie vor hoch. Aber der Wunsch, sich persönlich daran zu beteiligen, sei in der Bevölkerung recht gering.

Zudem sei die Unterstützung von Anfang an vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Menschen sie als etwas empfanden, das sie nichts angeht - frei nach dem Motto: "Das Leben geht weiter und wird sogar noch besser." Jetzt seien die Risiken gewachsen und die Menschen wollen, dass die Verhandlungen beginnen, so Volkov. Gleichzeitig belasse die Mehrheit der Russen die Entscheidung vorerst noch bei den Behörden: "Wir würden gerne, aber sie werden entscheiden."

Quelle: ntv.de, vmi

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