Politik

Regime geht gegen Studenten vor Iranische Uni setzt nach Gewalt die Lehre aus

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Nur wenige Bilder von den Zusammenstößen sind wegen der Internetsperren verfügbar.

(Foto: via REUTERS)

Iranische Sicherheitskräfte gehen mit massiver Gewalt gegen eine Demo von Studierenden und Professoren der Teheraner Universität Scharif vor. Die Leitung der Hochschule reagiert und setzt den Unterricht bis auf Weiteres aus. Das Angebot von Online-Kursen dürfte an den Netzsperren des Regimes scheitern.

Nach den heftigen Unruhen in der Universität Scharif in Teheran wurde der Unterricht bis auf Weiteres eingestellt. Nach Angaben des Nachrichtenportals Aftab-News werde der Unterricht in der iranischen Hochschule nur noch online stattfinden. Studenten zufolge ist das wegen der Internetsperren, die im Zusammenhang mit den systemkritischen Protesten verhängt wurden, derzeit jedoch kaum machbar.

Am Sonntagabend waren Sicherheitskräfte örtlichen Medienberichten zufolge mit Gewalt gegen Studierende vorgegangen. Polizisten und Milizen riegelten den Campus in der Nacht zu Montag ab. Auch mehrere Professoren der Elite-Universität sollen nach Angaben des iranischen Nachrichtenportals "Emtedad" verprügelt worden sein. In den sozialen Medien war von einem Polizeiangriff und "bürgerkriegsähnlichen" Zuständen die Rede. Die iranischen Medien wiesen diese Berichte als übertriebene Stimmungsmache gegen das System zurück.

Baerbock kritisiert "rohe Gewalt" des Regimes

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock reagierte entsetzt auf die Vorfälle an der Teheraner Scharif-Universität. Es sei "kaum zu ertragen, was an der Sharif-Universität in Iran passiert", schrieb Baerbock auf Twitter. Zugleich äußerte sie Bewunderung für die dort Protestierenden: "Der Mut der Iraner*innen ist unglaublich." Baerbock kritisierte in diesem Zusammenhang "die rohe Gewalt des Regimes". Diese sei "Ausdruck der puren Angst vor der Kraft von Bildung und Freiheit."

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Ähnlich äußerte sich Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger: "Schlägertruppen suchen die Stimmen der Freiheit heim", schrieb sie auf Twitter. Den "mutigen Menschen, die für mehr Selbstbestimmung ihr Leben riskieren", müsse "jetzt unsere Aufmerksamkeit uns Solidarität gelten", schrieb sie weiter auf Twitter.

Auslöser der Demonstrationen ist der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini vor gut zwei Wochen. Die Sittenpolizei hatte sie wegen ihres angeblich "unislamischen Outfits" festgenommen. Was mit Amini danach geschah, ist unklar. Die Frau fiel ins Koma und starb am 16. September in einem Krankenhaus. Kritiker werfen der Moralpolizei vor, Gewalt angewendet zu haben; die Polizei weist das zurück. Seit dem Tod der jungen Frau demonstrieren landesweit Tausende Menschen gegen den repressiven Kurs von Regierung und Sicherheitskräften sowie gegen das islamische System.

Quelle: ntv.de, jog/dpa

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